Die Parkplätze rund um den Hoherodskopf sind belegt, meldet das Polizeipräsidium Osthessen am Samstag auf Twitter.
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Die Parkplätze rund um den Hoherodskopf sind belegt, meldet das Polizeipräsidium Osthessen am Samstag auf Twitter.

Appell aus Grebenhain

Trotz Sperrungen: Besucher-Andrang und volle Parkplätze um den Hoherodskopf im Vogelsbergkreis

Viele Besucher der Wintergebiete im Vogelsbergkreis, wie dem Hoherodskopf, lassen sich nicht von gesperrten Zufahrten abhalten. Die Sperrung bleibt bis zum 12. Januar bestehen. Außerdem kündigt der Kreis weitere Maßnahmen an, falls sich die Lage zuspitzen sollte. Aus dem Rathaus in Grebenhain kommt ein dramatischer Appell.

Update vom 10. Januar, 11.51 Uhr: Auch am Sonntag appellierte das Polizeipräsidium Osthessen über Twitter an die Bevölkerung: „Bitte meidet auch heute wieder die Bereiche der Wasserkuppe und des Hoherodskopf. Von 9 bis 16 Uhr werden die Zufahrten wieder gesperrt sein.“

Gegen 11.40 Uhr meldete das Polizeipräsidium Osthessen über Twitter dann, dass die freien Parkplätze rund um den Hoherodskopf ausgeschöpft seien. Dieser Bereich solle deshalb gemieden werden. „Widerrechtliches Parken wird durch uns geahndet“, teilte die Polizei außerdem mit.

Update vom 9. Januar, 13.02 Uhr: Trotz der Sperrungen sind die Parkplätze rund um den Hoherodskopf am Samstag belegt, teilte das Polizeipräsidium Osthessen auf Twitter mit. Dies liege vor allem daran, dass Personen ihre Autos bereits vor 9 Uhr dort geparkt wurden. Dies sei kein Vergehen, teilte ein Polizeisprecher in Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung mit, weshalb die Fahrzeuginhaber nicht kontrolliert werden könnten.

Noch bis 16 Uhr gilt die Sperrung auf dem Hoherodskopf und zur Herchenhainer Höhe. Das Polizeipräsidium Osthessen teilte auf Twitter mit, dass „Parkverbotszonen und Wildparken“ kontrolliert werden und appellierte: „Meidet den Bereich und haltet vor allem die Zufahrten für Rettungsfahrzeuge frei.“ Das Parken auf Kreis- und Bundesstraßen sei nicht erlaubt, machte die Polizei in einem aktuellen Tweet (von 13.03 Uhr) deutlich.

In einem weiteren Tweet schrieb das Polizeipräsidium Osthessen: „Wir bitten nochmals darum, die Bereiche der Wasserkuppe und des Hoherodskopf zu meiden. Falschparken, Missachtung der Corona-Regeln, etc. werden durch uns geahndet.“

Update vom 7. Januar, 16.17 Uhr: Die Zufahrten zum Hoherodskopf und zur Herchenhainer Höhe bleiben bis zum 12. Januar gesperrt. Das teilt der Vogelsberger Landrat Manfred Görig mit.

+++ 17.17 Uhr: „In gemeinsamer Abstimmung haben sich das Polizeipräsidium Osthessen, die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden Schotten, Ulrichstein und Grebenhain sowie der Vogelsbergkreis dazu entschieden, die Zufahrtsbeschränkungen zur Herchenhainer Höhe und dem Hoherodskopf aufrechtzuerhalten“, verkündet der Kreis am Montag in einer Pressemitteilung.

Herchenhainer Höhe und Hoherodskopf: Zufahrten bleiben nach Ansturm gesperrt

Die Zufahrten werden vorerst bis Freitag, 8. Januar, von 9 bis 16 Uhr gesperrt, heißt es in der Mitteilung weiter. Bislang galten die Zufahrtsbeschränkungen an der Herchenhainer Höhe und dem Hoherodskopf von 8 bis 17 Uhr. Anlieger sind von den Beschränkungen ausgenommen.

Der Landkreis teilt mit, im Laufe der Woche beobachten zu wollen, wie sich die Situation vor Ort darstellt. Sollte sich abzeichnen, „dass sich die Lage rund um den Hoherodskopf zum Wochenende zuspitzt“, behalte man sich weitere Maßnahmen vor, so der Vogelsbergkreis.

Auch auf der Wasserkuppe haben Tausende Winterfans am Samstag für Chaos gesorgt.

Nach Besucher-Andrang: Grebenhains Bürgermeister richtet Appell an Bürger

Update vom 4. Januar, 14.53 Uhr: „Ich schreibe Euch heute Morgen, weil wir ehrlich gesagt ratlos sind, was wir noch machen sollen, damit die Menschen nicht unseren Vogelsberg und die anderen bekannten Winterfreizeitgebiete in Hessen überrennen.“ So meldet sich der Bürgermeister der Gemeinde Grebenhain Sebastian Stang am Montag zu Wort. „Seit Weihnachten verzeichnen wir im Vogelsberg sowie in den anderen Regionen ein noch nie da gewesenes Besucheraufkommen“, erklärt er. Auch auf der Wasserkuppe haben Besucher am Wochenende für Chaos gesorgt.

Im Vogelsberg sah man sich deshalb in der letzten Woche dazu gezwungen, die Zufahrten und Parkplätze beim Hoherodskopf und der Herchenhainer Höhe tagsüber zu sperren, „nachdem Rettungswege versperrt und Abstandsregeln sowie Versammlungsverbote missachtet wurden“. Trotz halbstündiger Radiodurchsagen, dass in den Winterfreizeitgebieten in ganz Hessen die Zufahrten gesperrt und die Parkplätze überfüllt seien, hätten Tausende von Menschen sich nicht davon abhalten lassen, auch am vergangenen Wochenende, die bekannten Winterorte anzufahren.

Besucher in Wintergebieten trotz Corona - Bürgermeister von Grebenhain äußert dramatischen Appell: „Bleiben Sie zuhause“

„Vor Ort abgewiesen, parken nun viele einfach in Feldwegen, auf Wiesen und Feldern, ja sogar in den Vorgärten und hinterlassen nicht nur Beschädigungen an den Grundstücken, sondern auch ganz persönliche Hinterlassenschaften“, kreidet der Bürgermeister an. „Gleichzeitig wird die Landschaft in einem Ausmaß gestürmt, dass auch unsere Wildtiere sich in dieser winterlichen Notzeit einer erhöhten Stresssituation ausgesetzt fühlen und es so für einige bedrohte Tierarten im wahrsten Sinne des Wortes nun um Leben und Tod geht.“

Der Bürgermeister richtet eine eindringliche Bitte an alle Hessinnen und Hessen sowie die Tagesausflügler der Nachbarbundesländer: „Bleiben Sie bitte zu Hause. Halten Sie Abstand zu Ihren Mitmenschen und helfen Sie in den kommenden Wochen durch diesen Verzicht mit, die Infektionszahlen zu senken, damit wir in diesem Jahr wieder die Chance auf Normalität erhalten können.“

Vielen scheine nicht bewusst zu sein, wie ernst die Lage sei und welche Anstrengungen und persönliche Opfer viele Menschen etwa im Bereich der Branchen, die derzeit komplett geschlossen sind, erbringen. Sebastian Stang betont: „Bei vielen geht es dabei um nicht weniger als die eigene Existenz!“

Corona im Vogelsbergkreis: Bürgermeister von Grebenhain appelliert an Besucher der Wintergebiete

Für alle gehe es um Familienangehörige, Freunde und Bekannte, Mitmenschen, die durch eine Infektion getroffen werden können. „Als Bürgermeister bekomme ich durch das Standesamt sehr genau mit, welche Mitmenschen in unserer Kommune, ob jung oder alt, den Kampf gegen den Virus verloren haben“, sagt Stang. „Für mich hat daher die Pandemie eine sehr persönliche, ja sehr belastende Seite, weil wir viele unserer Mitmenschen verlieren und noch verlieren werden, mit denen wir gerne im letzten Jahr und auch in diesem Jahr gefeiert und gelacht hätten.“

Der Bürgermeister appelliert: „Bitte bleiben Sie zu Hause und zeigen Sie sich solidarisch mit denen, die für Sie alle versuchen, die Pandemie einzudämmen und denjenigen, die durch das Virus besonders bedroht sind. Wenn wir alle besonnen bleiben, werden wir die Pandemie in diesem Jahr überwinden. Wir, die Freizeitregionen, freuen uns schon jetzt darauf, Sie dann wieder auf das Herzlichste begrüßen zu können.“

Vogelsbergkreis: Zufahrt zu Wintergebieten ist gesperrt

Erstmeldung vom 31. Dezember: Vogelsbergkreis - Das Polizeipräsidium Osthessen, die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden Schotten, Ulrichstein und Grebenhain sowie der Vogelsbergkreis haben sich dazu entschieden, in der Zeit von Donnerstag, 31. Dezember, bis Montag, 4. Januar, die Zufahrt zur Herchenhainer Höhe und dem Hoherodskopf einzuschränken. Das teilt der Vogelsbergkreis in einer Pressemitteilung mit.

„An den Tagen rund um den Jahreswechsel sind dort jeweils von 8 bis 17 Uhr die Straßen für den Autoverkehr gesperrt“, heißt es in der Mitteilung. Anlieger sind davon ausgenommen. Das hohe Besucheraufkommen und die damit verbundene angespannte Parksituation sei nicht mit den derzeitigen Corona-Beschränkungen vereinbar. Weiterhin seien teilweise Rettungswege versperrt gewesen. (Lesen Sie hier: Jahreswechsel in der Corona-Krise: Kontrollen im Main-Kinzig-Kreis und in Fulda angekündigt).

Vogelsbergkreis: Zufahrt zur Herchenhainer Höhe und Hoherodskopf eingeschränkt

Zu der Entscheidung habe maßgeblich eine gemeinsame Begehung vor Ort von Polizei, den Ordnungsämtern und dem Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises beigetragen, bei der immer wieder Regelverstöße gegen die geltenden Corona-Beschränkungen dokumentiert wurden, schreibt der Vogelsbergkreis.

Auch über Silvester und Neujahr bleiben die Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie bestehen, um das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet einzudämmen und das Gesundheitswesen zu entlasten.

Landrat Manfred Görig: „Umsicht, Vorsicht und Gelassenheit müssen oben auf unserer Liste stehen“

Im Vogelsbergkreis kam es durch die Feiertage und die Zeit „zwischen den Jahren“ zu Labor- und Meldeverzügen – beispielsweise wurden weniger Testungen durchgeführt und die Auswertung in Laboren dauerte länger. Dadurch sind die an das Gesundheitsamt gemeldeten Fallzahlen nicht aussagekräftig. „Den Vorgaben der Landesregierung entsprechend werden die Fallzahlen in den fünf Tagen ab dem 6. Januar für eine Neubewertung der Lage herangezogen“, teilt das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises mit.

„Umsicht, Vorsicht und Gelassenheit müssen neben Hoffnung und Zuversicht zum Jahreswechsel ganz oben auf unserer Liste stehen“, richtet Landrat Manfred Görig (SPD) seinen Appell an die Bürgerinnen und Bürger des Vogelsbergkreises. Die Regeln seien nicht gemacht, um Mitmenschen zu gängeln, sondern um diese zu schützen.

„Böllerverbot“: Unterschiedliche Regelungen in der Region

Auch Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak (CDU) findet deutliche Worte: „Niemand muss auf das Fest zum Jahreswechsel verzichten – es fällt nur eben in dieser ganz besonderen Zeit anders aus.“ Es gelte nach wie vor das Gesundheitssystem zu entlasten, um die Aufgaben der kommenden Tage und Wochen zu meistern. „Es bleibt der wiederholte Appell an die Vernunft, und die Hoffnung auf ein gutes neues Jahr“, sagt Landrat Manfred Görig abschließend. Mischak hatte am Dienstag auf Facebook mitgeteilt, dass er selbst an Corona erkrankt ist.

An Silvester und Neujahr ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten. Zwar gibt es im Vogelsbergkreis kein generelles „Böllerverbot“ im öffentlichen Raum – allerdings gilt zwischen 21 und 5 Uhr eine Ausgangssperre. Kommunen und Städte können gesonderte Regeln – wie beispielsweise das Verbot in der Stadt Alsfeld – treffen. Im Kreis Fulda gilt ein Verbot von Feuerwerk im öffentlichen Raum, nicht aber auf Privatgrundstücken. Im Main-Kinzig-Kreis ist das Abbrennen von Feuerwerk in diesem Jahr komplett untersagt. (hoß)

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