Nadine Eli und Lisa-Marie Wölfingeder posieren gemeinsam wie der Joker.
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Nadine Eli und Lisa-Marie Wölfingeder posieren gemeinsam wie der Joker.

Kostüm und Schminke

Cosplayer verkörpern Rolle von Joaquin Phoenix: Zwei Joker in Fulda und Schlitz unterwegs

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Wenn sich Nadine Eli aus Schlitz und ihre Freundin Lisa-Marie Wölfingeder aus dem oberösterreichischen Vocklabrück in voller Montur auf die Straße begeben, ziehen sie die Blicke auf sich. In Kleidung und Gestus stellen sie die Kinofigur „Joker“ nach und gehen dabei auch offensiv auf Passanten zu.

Schlitz - Cosplay heißt das Hobby, dem die beiden jungen Frauen mit Begeisterung frönen. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen „Costume“ für kostümieren und „Play“ für spielen. Dabei geht es darum, sich als ein Charakter zumeist aus einem Film zu verkleiden und diesen in der Öffentlichkeit lebendig werden zu lassen.

Nadine Eli und Lisa-Marie Wölfingeder haben sich für eine ebenso farbenfrohe wie auch oft missverstandene Figur entschieden, den Joker, so wie er in dem Film von Joaquin Phoenix dargestellt wurde. Eine gewalttätige Person, die aber nach der Einschätzung von Eli und Wölfingeder im Grunde nur das Gute möchte. „Es geht in dem Film um Mitgefühl und Empathie, die aber oft missverstanden und nicht erwidert wird“, erläutern Eli und Wölfingeder. Der Film versuche, die Macht der Freundlichkeit aufzuzeigen.

Cosplayer verkörpern Rolle von Joaquin Phoenex - Zwei Joker sind in Fulda und Schlitz unterwegs

Die beiden jungen Frauen stylen sich für ihr Erscheinen bis auf die Haarsträhne genau wie der Joker aus dem Film. Die Kostümierung ist aufwändig: alleine für das Schminken benötigen die beiden eine Stunde. Dann müssen sie hoffen, das es bei ihren Ausflügen nicht regnet, denn richtig wasserfest sei ihre Schminke nicht.

Nadine Eli und Lisa-Marie Wölfingeder posieren gemeinsam wie der Joker.

Dann besuchen sie gerne belebte Plätze, am Wochenende waren sie zum Beispiel in Fulda unterwegs. Dort führen sie dann Tanzposen aus dem Film auf oder basteln Ballontiere, die sie dann an Kinder verschenken. „Wir haben fast nur schöne Tage gehabt“, berichten die Cosplayer. Die meisten Menschen würden interessiert und freundlich reagieren, viele hielten sie zunächst für Clowns, viele würden aber auch den Film kennen, sodass sie interessante Gespräche über den Streifen führen könnten. „Das hat uns überrascht“.

In Fulda entstehen mit Passanten Gespräche über den Film „Joker“

Kennen gelernt haben sich die Frauen über das Internet, wo sich Cosplayer über ihre verschiedenen Charaktere austauschen. Ursprünglich stammt die Idee dazu aus der japanischen Manga-Szene, aber mittlerweile haben auch Charaktere der US-amerikanischen Popkultur, wie die Eiskönigin, Einzug in diese besondere Gemeinschaft der Cosplayer gehalten.

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Nadine Eli ist dem Joker regelrecht verfallen. Sie hat sich schon entsprechende Tätowierungen stechen lassen und schreibt auch eigene Geschichten, die sich um ihr Idol drehen. Ob die 34-Jährige noch viele Jahre als Cosplayer aktiv sein wird, weiß sie nicht. Aber da sie schon seit 20 Jahren Fan des Schauspielers Joaquin Phoenix ist, dürfte ihre Begeisterung auch noch lange anhalten.

Ähnlich sieht es bei Lisa-Marie Wölfingeder aus. Als Angestellte in einem Kino sitzt die 24-Jährige an der Quelle, aber den Film „Joker“ sieht sie sich trotzdem fast jeden Tag an.

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