Vermummte haben am Samstag im Vogelsbergkreis einen Polizeiwagen, in dem zu dem Zeitpunkt vier Beamte saßen, attackiert.
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Vermummte haben am Samstag im Vogelsbergkreis einen Polizeiwagen, in dem zu dem Zeitpunkt vier Beamte saßen, attackiert.

Dannenröder Forst

Vermummte attackieren Streifenwagen mit Steinen und Farbbeuteln – und verschwinden wieder im Wald

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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Bei den Demonstrationen gegen die Baumrodungen für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn 49 rund um den Dannenröder Forst ist die Polizei im Vogelsbergkreis am Samstag mit Steinen und Farbbeuteln attackiert worden.

Kirtorf - Das Polizeipräsidium Mittelhessen teilte mit, dass am Samstag gegen 18 Uhr im Bereich des Klärwerks in Kirtorf-Lehrbach im Vogelsbergkreis ein mit vier Polizisten besetztes Polizeifahrzeug mit Steinen und Farbbeutel beworfen worden sein.

Dannenröder Forst: Vermummte attackieren Politzei mit Steinen und Farbbeutel

„Durch die Steinwürfe wurden mehrere Scheiben des Streifenwagens komplett zerstört“, heißt es wörtlich in der Mitteilung der Polizei, die von einem hinterhältigem Angriff spricht. Die vier Polizeibeamten im Fahrzeug kamen bei dem Angriff „durch glückliche Umstände“ nicht zu Schaden.

Nach Angaben des Polizeipräsidium Mittelhessen sei der Angriff durch „mehrere vermummte Personen aus dem angrenzenden Waldgebiet“ erfolgt. Die Angreifer seien nach der Attacke zurück in den Wald geflüchtet.

Video: Rodung im Dannenröder Forst soll mit Polizeischutz starten 

Die Stein- und Farbbeutelwürfe stellen „einen klaren Angriff auf den Rechtsstaat dar. Die Polizei wird Gewalttätern mit aller Entschlossenheit begegnen“, erklärten die Beamten via Twitter. Der Vorsitzende der Vogelsberger SPD, Patrick Krug, verurteilte die Attacke.

„Mit dem Angriff auf ein Polizeifahrzeug – und damit natürlich auch auf die darin sitzenden Beamten – wird deutlich, dass die Eskalation der Proteste rund um den Weiterbau der A49 von den Waldbesetzern ausgeht“, schrieb Krug in einer SPD-Pressemitteilung. „Das ist keine legitime Reaktion auf die beginnende Räumung.“

SPD-Chef Patrick Krug: „Im Vogelsberg ist kein Platz für Gewalt“

Einige Aktivisten gehe es offenbar „überhaupt nicht um legitimen Protest, sondern nur darum geht, mit Gewalt die eigene Meinung der Mehrheit in unserer Region aufzuzwingen. Mit dem Angriff auf die Polizei zeigen die Waldbesetzer zudem, wie sehr sie Demokratie, Rechtsstaats und dessen Institutionen ablehnen.“

Der Vogelsberger SPD-Chef abschließend: „Dass die Situation jetzt nicht weiter eskaliert, liegt einzig in der Verantwortung der Waldbesetzer. Man kann nur hoffen, dass dort ein Umdenken stattfindet und all diejenigen, die sich friedlich gegen den Weiterbau der A49 einsetzen, den Mut finden, sich von den Waldbesetzern klar zu distanzieren und zu zeigen, dass im Vogelsberg kein Platz für Gewalt ist.“

Der Attacke waren am Samstag friedliche Proteste gegen die Rodungen vorausgegangen. So gab es eine Fahrraddemo ab dem Bahnhof Wabern über die A49 bis nach Dannenrod. Daran nahmen laut Polizei 50 Personen teil. Weiterhin habe es einen Solidaritätsspaziergang mit 15 Teilnehmern und eine Mahnwache mit 30 Teilnehmer gegeben, die ebenfalls ohne Zwischenfälle durchgeführt worden seien.

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