Die Grünabfalldeponie am Karlshofer Weg im vergangenen Herbst (Archivfoto).
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Die Grünabfalldeponie am Karlshofer Weg im vergangenen Herbst.

Diskussion im Vogelsberg

Grünabfälle könnten ab 2021 wieder Geld kosten

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Die Abgabe von Grünabfällen könnte ab 2021 wieder gebührenpflichtig werden. Geplant ist ein Betrag von fünf Euro pro geschredderten Kubikmeter. Einen entsprechenden Prüfantrag beschloss die Verbandsversammlung mit großer Mehrheit gegen die Stimmen von Freien Wählern und AfD. 

Vogelsbergkreis - In der Verbandsversammlung wurde der Antrag zur Prüfung beziehend auf die Gebühren für Grünschnitt gestellt. Diesem solle unverzüglich nachgegangen werden, jedoch ist mit einer Entscheidung frühestens im Herbst zu rechnen, erläuterten Angestellte der Verbandsversammlung am Mittwoch.

Eigentlich sollte während der Sitzung in der Aula der Sparkasse Oberhessen in Lauterbach die Firma Teamwerk eine Berechnung vorstellen, wie sich eine entsprechende Gebührenerhebung auf die Kalkulation für die kommenden Jahre auswirken könne. Da die Vertreter des Mannheimer Unternehmens aber auf der A5 im Stau steckten und so erst mit etwa eineinhalbstündiger Verspätung in Lauterbach eingetroffen wären, verzichteten die Verbandsvertreter auf diese Information und stiegen gleich in eine recht kontrovers geführte Diskussion ein.

Wie Dr. Hans Heuser, Fraktionsvorsitzender der CDU, erläuterte, habe sich seit der Aufhebung der Grünschnittgebühr 2015 ein Defizit aufgebaut, dass jährlich bei etwa 600 000 Euro lag. Ein Grund dafür sei, dass seit der Aufhebung der Gebühr dreimal soviel Grünschnitt abgegeben worden sei wie vorher. „Das kann ich mir gar nicht erklären“, zeigte sich Heuser ratlos. „Die Zustimmung fällt uns nicht leicht“, erklärte Olaf Dahlmann für die SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten hätten eigentlich immer für die Gebührenfreiheit gestanden, die aber nun nicht mehr darstellbar sei.

Die Grünabfallabgabe könnte demnächst wieder etwas kosten.

Lothar Bott von den Freien Wählern warnte vor einer möglichen Klagewelle anlässlich der Gebührenerhöhung. Gabriele Szepanski von den Grünen attestierte der CDU/FDP-Koalition in der Zweckverbandsversammlung Totalversagen. „Man stelle sich ein Unternehmen vor, dass sich über fünf Jahre um 500 000 Euro verrechnet hat“, sagte sie. Eine mangelnde Steuerung bei den Gebühren beklagte auch die Romroder Bürgermeisterin Birgit Richtberg. Ihrem Vorwurf an den Verbandsvorstand, der Entwicklung hinterherzulaufen, widersprach der Verbandsvorsitzende Rainer-Hans Vollmöller (CDU). „Die Mehrerlöse sind prognostiziert und werden auch kommen“.

Vollmöller verteidigte auch sein Vorhaben, Rücklagen für die Abfallentsorgung aufzubauen. „Das steht in keinem Gesetz geschrieben“, widersprach ihm dagegen Lothar Bott.

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