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Eichhof-Stiftungsrat will Schlitzer Ex-Bürgermeister Schäfer loswerden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Lauterbach/Schlitz - Im Jahr 2005 hat die Stadt Schlitz die Stiftung Hospital Schlitzerland einschließlich des früheren Hospitalgrundstücks im Zentrum von Schlitz in das Vermögen der Eichhofstiftung in Lauterbach übertragen und sich im Gegenzug in deren Stiftungsverfassung zusichern lassen, dass ein von der Stadt Schlitz entsandter Beauftragter einen Sitz als „geborenes Mitglied“ in dem Stiftungsrat oder im Vorstand der Stiftung hat.

Dies ist auch so in der Stiftungsverfassung der Eichhofstiftung verankert. Nach seinem altersbedingten Ausscheiden als langjähriger und erfolgreicher Vorsitzender der Stiftungsvorstandes hat die Stadt Schlitz den ehemaligen Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer als Mitglied in den Stiftungsrat der Eichhofstiftung entsandt.

Schäfer hat jetzt dem Schlitzer Magistrat mitgeteilt, dass der Stiftungsratsvorsitzende Heinrich Mai dies ändern und das verbriefte Recht der Stadt Schlitz aus der Verfassung streichen will. Eine entsprechende Verfassungsänderung soll in der nächsten Stiftungsratssitzung am 4. März beschlossen werden. Danach soll der Vertreter der Stadt Schlitz keinen Sitz mehr im Stiftungsrat haben und mit Wirkung vom 1. Mai 2020 aus dem Stiftungsrat ausscheiden.

Ohne sachliche Begründung

Eine sachliche Begründung für dieses ungeheuerliche Ansinnen enthält die entsprechende Vorlage nicht. In einem kürzlich geführten Gespräch im Schlitzer Rathaus führte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Heinrich Mai keine sachlichen Gründe an, sondern erklärte schlicht, dass man „Schäfer los werden wolle“.

Wie Stadtrat Willy Kreuzer erklärte, hält der Schlitzer Magistrat die geplante Satzungsänderung für rechtswidrig und sei der Ansicht, dass dieses völlig unbegründete Vorgehen des Stiftungsrates gegen den Vertreter der Stadt Schlitz im Stiftungsrat gegen vertragliche Vereinbarungen mit der Stiftung verstoße.

Will Stiftung kritischen Geist los werden?

Dies hat der Magistrat dem Stiftungsrat auch in einem Schreiben mitgeteilt und angekündigt alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen. Schäfer erklärte zu diesem außergewöhnlichen Vorgang, Mai gehe es offensichtlich nur darum, ein Mitglied loszuwerden, das Entscheidungen des Stiftungsrates kritisch hinterfragt und begleitet habe.

So habe er vor dem Rausschmiss des ehemaligen Verwaltungsdirektors Dr. Erdmann gewarnt und darauf hingewiesen, dass dieser noch bis Ende 2020 in einem unkündbaren Arbeitsverhältnis stehe und erst dann eine Kündigung mit einer 15-monatigen Frist möglich sei.

Finanzielles Desaster droht

Dies könnte sich zu einem finanziellen Desaster für die Stiftung entwickeln. Dies bewahrheite sich mittlerweile und könnte zu einem Millionenschaden führen. Auch habe er nachgefragt, ob die Trennung von der Pflegedirektorin die Stiftung Geld gekostet habe.

Die Frage sei unbeantwortet geblieben, ebenso die Frage nach der Refinanzierung von zusätzlichen Personalkosten in Höhe von mehreren hunderttausend Euro. Diese Fragen seien offensichtlich unangenehm, wie auch die Frage, ob es angesichts der schwierigen finanziellen Lage des Hauses angemessen sei, dass der neue Vorstand Rauwolf sich sein Arbeitszimmer für 40.000 bis 50.000 Euro habe herrichten lassen.

Der Schlitzer Magistrat erwartet zu Recht, so Schäfer, daß die Eichhofstiftung von der geplanten Verfassungsänderung absieht. Man könne gespannt sein, wie sich die übrigen Stiftungsratsmitglieder Frau Dr. von Molo, Herr Dr. Kniepert, Herr Dr. Schlitt und Herr Müller verhalten werden. Da das Ganze auch eine kommunalpolitische Dimension habe, sei auch das Verhalten der Lauterbacher Bürgermeisters Vollmöller von größtem Interesse. / rsb

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