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Einbürgerungsanträge in Mittelhessen auf gleichbleibend hohem Niveau

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Rund 1750 ausländische Mitbürger haben in Mittelhessen im vergangenen Jahr einen deutschen Pass beantragt.

Wie das Regierungspräsidium Gießen mitteilt, bewegen sich die Zahlen seit Jahren auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Regierungspräsident Dr. Lars Witteck wertet dieses offizielle Bekenntnis für die Bundesrepublik Deutschland mit seiner Werteordnung als einen wichtigen Schritt zur Integration. "Unsere Mitbürger mit ausländischen Wurzeln haben bis zu diesem Zeitpunkt bereits lange in Deutschland gelebt und die Menschen sowie das Land kennengelernt. Mit der Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft werden sie Mitglied unserer Gemeinschaft mit allen Rechten, aber auch allen Pflichten", so Witteck. Unser Land brauche angesichts der demografischen Entwicklung Zuwanderung und Integrationswillige, die sich mit viel Engagement in die Gesellschaft einbringen.

Den größten Anteil aller Einbürgerungen haben Menschen aus EU-Mitgliedsstaaten, gefolgt von Personen türkischer Herkunft. Aber auch Osteuropäer, Serben, Iraner, Personen aus Afghanistan sowie Nordafrika haben die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllt. "Bevor jedoch im Regierungspräsidium eine Entscheidung getroffen werden kann, ist ein entsprechender Antrag bei der Stadtverwaltung oder dem Landkreis erforderlich", erläutert Günter Mayer vom Einbürgerungsdezernat beim RP den Verfahrensablauf.

Dort würden die Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft und an das RP zur Prüfung und Entscheidung weitergeleitet. Da sich durch den papierlosen Prozess die Verfahrensdauer erheblich verkürzt habe, könne in der überwiegenden Zahl der Fälle bereits nach vier Wochen über den Antrag entschieden werden. Allerdings seien auch Verfahren bis zu eineinhalb Jahre möglich, da die Entlassung aus dem bisherigen Staatsverband Voraussetzung für eine Einbürgerung ist und einige Länder mit dieser Entscheidung lange auf sich warten ließen.

Dass der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit mitunter gar nicht so einfach ist, belegt die Zahl der Ablehnungen oder freiwilligen Rücknahmen, denn immerhin 185 Mal hat die Behörde in 2013 die Einbürgerung versagt. "Die Gründe dafür sind häufig in der fehlenden Integration zu suchen", so Mayer.

So könne im Falle mangelnder deutscher Sprachkenntnisse oder bei nichtbestandenem Einbürgerungstest kein grünes Licht für den potenziellen Neubürger gegeben werden.

Auch Personen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind und rechtskräftig verurteilt wurden, könnten nicht in den deutschen Staatsverband aufgenommen werden.

Genaue Informationen über den Ablauf des Einbürgerungsverfahrens, benötigte Unterlagen, Kosten und alle entsprechenden Ansprechpartner sind unter der Internetadresse www.rp-giessen.de zu finden. Die Experten des Regierungspräsidiums sind zu den regelmäßigen Sprechzeiten (montags, mittwochs und donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 15.30 Uhr sowie dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr), nach telefonischer Vereinbarung (06 41) 30 30 oder unter der E-Mailadresse einbuergerung@rpgi.hessen.de zu erreichen. / rsb

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