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Eine Wiese gegen die Parkplatznot

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Ulrichstein - Für den Vogelsbergkreis ist es ein winziger Vermögensabgang, für die Gemeinde Grebenhain die Lösung eines drängenden Problems: Mit seinem einstimmigen Beschluss hat der Kreistag gestern in Ulrichstein den Weg frei gemacht, dass eine Wiese hinter der Oberwaldschule in das Eigentum der Gemeinde übergeht.

"Hoffentlich geht der Antrag durch", war sich Grebenhains Bürgermeister Sebastian Stang (parteilos) seiner Sache nicht ganz sicher. Die Sorge des Rathauschefs war unbegründet. Vor dem Kreistag, der im Ulrichsteiner Innovationszentrum tagte, erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski (Grüne) nur kurz, dass die Gemeinde Grebenhain um die Neuordnung der Grundstücke zwischen Oberwaldschule, Bürgerhaus und Rathaus gebeten habe. "Für uns ist es ein Vermögensabgang von 16 812 Euro. Deshalb muss der Kreistag zustimmen", sagte Zielinski.

Hintergrund der Maßnahme, die kostengünstig über ein Flurbereinigungsverfahren abgewickelt werden soll, ist die angespannte Parksituation am Grebenhainer Rathaus. Dieses befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Grundschule der Oberwaldschule.

Mit dem Kindergarten und der Diakonie sowie dem Bürgerhaus sind weitere öffentliche Gebäude in der Nachbarschaft, für die ein erhöhter Parkplatzbedarf besteht. "Wir haben hier häufiger chaotische Verhältnisse", verrät eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. Um dies zu ändern, soll eine Wiese hinter der Grundschule zum Parkplatz umfunktioniert werden. Im Gegenzug geht eine Fläche des Schulhofes in das Eigentum des Kreises über. Geld wird bei dieser Vereinbarung nicht fließen, da einst das Schulgelände beim Wechsel der Schulträgerschaft kostenlos von der Gemeinde an den Kreis überging. "Bürgertransparenz und digitale Demokratie" hatte die FDP-Fraktion einen Antrag überschrieben, den Mario Döweling erläuterte. Eine zu bildende Arbeitsgruppe aus Kreistagsmitgliedern und Mitarbeitern der Kreisverwaltung solle sich damit befassen, wie die Bürger besser an der Arbeit der Kreisgremien teilhaben könnten.

Döweling: "In der Arbeitsgruppe können wir in Ruhe alle Vorschläge diskutieren. Erste Ansätze gibt es ja schon mit der Plattform von Landrat Görig." Als sich abzeichnete, dass die anderen Fraktionen eine Beratung im Ältestenrat der Bildung eines Arbeitskreises vorziehen, zogen die Liberalen den Antrag zurück – ansonsten hätte der Ältestenrat das Thema nicht aufgreifen können. Einstimmig in den Ausschuss für Schule, Kultur und Sport überwiesen wurde ein CDU-Antrag. Im Ausschuss soll der Erste Kreisbeigeordnete Peter Zielinski über die Auswirkungen der Inklusion auf Schülerzahlen, Lehrerversorgung und Raumbedarf bei den Förderschulen im Kreis berichten. Schuldezernent Peter Zielinski kündigte an, dass "demnächst die Entscheidung fällt, in welche Richtung das Landesschulamt im Vogelsberg gehen will. Dieser Antrag kommt also zu einem günstigen Zeitpunkt."

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