Elisabeth Eisenbarth kann sich über ihr Buch „Wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam“ freuen.
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Elisabeth Eisenbarth kann sich über ihr Buch „Wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam“ freuen.

Zum Gründungsmythos

Vom Treiben des Teufels im Vogelsberg - Elisabeth Eisenbarth aus Schlitz-Pfordt bearbeitet Sage neu

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Die Sage, wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam, kennt heute längst nicht mehr jedes Kind. Elisabeth Eisenbarth aus Schlitz-Pfordt im Vogelsbergkreis hat sie aufgeschrieben, und der Buchverlag Parzeller hat sie verlegt. 

Schlitz - Wer sich mit dem Teufel einlässt, der muss sich einiges einfallen lassen, um seinen Klauen wieder zu entrinnen. So geht es auch einem Schmied in der Sage die erklärt, wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam. 

Elisabeth Eisenbarth ist von Kindheit an von den Sagen der Region fasziniert. Den Anstoß für das Buch gab der Wettbewerb „Die Besten 100“ des Kreises, bei dem besonders gute Ideen für regionale Produkte gesucht wurden. „Was gibt es Typischeres als die Vogelsberger Sagen“, dachte sich die Pfordterin Eisenbarth.

Die Illustrationen lieferte Dieter Klappner aus Weilburg

Und so machte sie sich daran, den „Gründungsmythos“ der Region in ein Buch zu packen. Es gebe davon mehrere Versionen, berichtet sie, und so schrieb sie die Sage neu, mit vielen auch psychologischen Ausschmückungen und etlichen Anspielungen auf die Vogelsberger Natur und Lebensart.

Der Schmied und der Teufel.

Die kraftvollen Illustrationen lieferte der Weilburger Dieter Klappner, „es war eine Gnade, dass ich diesen Illustrator kannte“, sagt Eisenbarth. So ist ein echtes Heimatbuch entstanden. Dies erkannte auch Gerlinde Becker von der Lauterbacher Buchhandlung „Lesezeichen“, die Eisenbarth samt ihres Buchentwurfes mit auf die Frankfurter Buchmesse nahm.

Die Autorin arbeitet als Grafikerin beim ZDF

Dort trafen sie den Leiter des Buchverlages von Parzeller, Rainer Klitsch, der das Werk sofort in sein Herz schloss und in das Verlagsprogramm mit aufnahm. Auch für Eisenbarth war das Buch eine Herzensangelegenheit. Die Pfordterin, die als Grafikerin beim ZDF arbeitet, hat die Ornamente in dem Buch gestaltet und die Figuren abseits des Sagenschemas literarisch lebendig werden lassen.

Typische Blumen finden ebenso Erwähnung wie Speisen wie Salzekuchen und Beutelches. Für ersteres wie andere Vogelsberger Gerichte findet man im Anhang auch ein Kochrezept. Insgesamt, findet Eisenbarth, wäre das Buch auch eine gute Lektüre für den schulischen Heimatkundeunterricht. 

„Meine Großmutter war Kräuterhexe“

In ihrer Kindheit unternahm die gebürtige Bad Salzschlirferin gerne Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung, auch in den hohen Vogelsberg, wo die Sage spielt. Das Sammeln von Pilzen und Beeren gehörte zum normalen Sommerprogramm, „und meine Großmutter war eine richtige Kräuterhexe“. 

Von dieser ist auch eine Figur aus dem Sagenbuch inspiriert, die gütige Kräuterfrau. Überhaupt sind die Frauen die Heldinnen der Geschichte. Denn während der Schmied heimlich, still und leise seinen verderblichen Pakt mit dem Satan schließt, holen ihn später seine Frau und das Kräuterweiblein aus dem Schlamassel wieder raus. Erschienen ist das Buch in einer Auflage von 750 Exemplaren. Erwerben kann man es unter anderem in der Geschäftsstelle des Schlitzer Boten.

Elisabeth Eisenbarth, „Wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam”, Verlag Parzeller, Fulda 2020, ISBN 978-3-7900-0549-3.

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