Fotos: Kutzner, Stock

Erbesbär zog durch die kleinen Schlitzerländer Dörfer Willofs und Nieder-Stoll

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Seit Jahrzehnten nutzen die Willofser jungen Männer den „dritten Christtag“, um am frühen Morgen ihren Erbesbär zu wickeln und sich selbst in „Schwoarze“, Eierfrau und Bärenführer zu verkleiden. In Nieder-Stoll war dieser Brauch etwa 30 Jahre eingeschlafen. Nun wurde er wieder im dritten Jahr in Folge gepflegt.

Mit viel Leidenschaft wurde der diesjährige Erbesbär (Daniel Euler) in Willofs mit Stroh eingewickelt. Als Erbesbär sollte immer der Jüngste des Jahrganges aus dem Dorf Willofs ausgewählt werden, der im vergangenen Jahr konfirmiert wurde. Nach dem Wickeln des Bärs startete die junge Truppe ihren Rundgang durch Willofs.

Mit selbstgebauten Instrumenten, die durch Lautstärke auf sie aufmerksam machten, sangen die jungen Leute ihre Erbesbärlieder. Immer wieder konnte man an jeder Haustür den Spruch wahrnehmen: „De Schwoarze woarn do, es get eh gud nau Joahr“. Damit sollen die bösen Geister aus dem Ort getrieben werden und auch der Winter, der dieses Jahr eigentlich noch gar nicht richtig vorhanden ist, soll verjagt werden, um der Wärme des Frühlings Platz zu machen.

Hochprozentiges fand reißenden Absatz

An den Haustüren des Ortes wurde etwas „Hochprozentiges“ angeboten und die Eierfrau (Rene Weishaar) sammelte jeweils von den Ortsbürgern Eier und Wurst und kleine Geldgaben ein, um damit am Abend leckere Eierpfannen zu brutzeln und zu verspeisen. In gemütlicher Runde klang der Erbesbärabend bei kühlen Getränken und leckeren Eierpfannen aus.

Auch in Nieder-Stoll zog der Erbesbäre wieder einen Tag nach den Weihnachtsfeiertagen von Haus zu Haus, um Spenden Form von Naturalien oder in Form von Bargeld zu erbitten. Hochprozentiges aus der Schlitzer Destillerie fand dabei reißenden Absatz. Auch in Nieder-Stoll sollte der Erbesbär den Winter vertreiben. / eku, sigi

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