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Ergebnisse zum Pflege- und Entwicklungsplan vorgestellt

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Vogelsbergkreis - Einen vollen Terminkalender hatten in den letzten Wochen und Monaten die projektbegleitenden Arbeitsgruppen, das Planungsteam sowie das Projektteam des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg, um das Gesamtwerk des Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) aufzustellen und abschließend zu präsentieren.

Das Planwerk mit inzwischen 15 prall gefüllten Ordnern wurden jetzt den Vertretern von Behörden und Institutionen im Landgasthof "Vogelsberger Hof" in Crainfeld vorgestellt.

Die Bedeutung dieses Projektes wurde durch die Teilnahme von Peter Stühlinger und Volker Schmülling (beide Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Vertretern des Regierungspräsidium Gießen, von Vogelsbergkreis, Wetteraukreis und dem Landkreis Gießen, den beteiligten Städten und Gemeinden, Hessen Forst und zahlreichen weiteren Behörden und Verbänden sichtbar.

Karl-Peter Mütze, Vorsitzender des Verein "Natur- und Lebensraum Vogelsberg" der Träger des Projektes ist und Projektleiter Sebastian Stang zeigten sich zu Beginn der abschließenden Sitzung erfreut über die hohe Zahl der erschienen Teilnehmern.

Dies weise auf ein großes Interesse der gesamten Region und darüber hinaus an dem Großprojekt hin.

Die Ergebnisse der wurden dann von Wolfgang Wagner von der Planungsgruppe vorgestellt. So sei das Gesamtwerk in insgesamt fünf Bände mit jeweils mehreren Ordnern aufgeteilt. Band I enthalte den Hauptband PEPL mit Grundlagen, Geschichte, Bestandsaufnahme, Bewertung, Entwicklungsziele, Maßnahmenentwicklung und Beschreibung mit Übersichtskarten. Im Band II sei die Sozioökologische Analyse von insgesamt 77 befragten Betrieben. Die Förderräume, deren Bestand und Planung mit je drei Förderdetailkarten für 76 Gebiete sind im Band III enthalten.

Band IV umfasst die Flora und Vegetation mit Artensteckbriefen und Steckbriefen der Hotspot-Gebieten (125 Stück). Die Fauna mit Detailbeschreibungen der Vorkommen einzelner Tierartengruppen werden im Band V vorgestellt.

Als Leitbild des Naturschutzgroßprojektes hob Wagner hervor, dass drei Hauptziele ins Auge gefasst seien: Erstens der Erhalt und Entwicklung der einzigartigen Kulturlandschaft, insbesondere der Offenlandslebensräume. Zweitens: Erhalt und Förderung des Reichtums an seltenen beziehungsweise gefährdeten Arten und Lebensgemeinschaften und Drittens: Aufwertung der Waldlebensräume sowie der gewässerreichen Lebensräume. Als Beispiele für die Vogelsberger Kulturlandschaft nannte er: Bergmähwiesen, Borstgrasrasen, Kleinseggenwiesen und –sümpfe, Braunkehlchen und Raubwürger. Anhand von Karten zeigte er deren Vorkommen und Beispiele von Maßnahmen auf. Wichtige Elemente im Waldbereich seien Waldmeister-Buchenwald, Schlucht-und Hangmischwald, Erlen-Eschen-Auwälder, Schwarzstorch und Rotmilan.

Bei den Wassergebundenen Bereichen hob er Sturz-, Tümpel-, Sicker- und Sumpfquellen, Quellmoore, Rhön-Quellschnecke, Efeublättriger Hahnenfuß, Alpen-Milchlattich, Bachmuschel und Schwarzhalstaucher hervor.

Artenschutzmaßnahmen seien im Bereich Flora für das Kugel-Hornmoos und bei der Fauna für Wiesenbrüter, Amphinien, Schwarzstorch und Reptilien geplant.

Abschließend informierte Wagner über die Abgrenzung der Fördergebietskulisse. Von ursprünglich 76 Förderräumen mit einem Umfang von 90.736 Hektar seien 23 Förderräume aus den verschiedensten Gründen entlassen worden.

Lob und Anerkennung gab es dann höchster Stelle, dass die Ergebnisse so detailliert erarbeitet und dokumentiert wurden. Außerdem habe eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Akteuren bestanden. Hervorgehoben wurde dann bei der anschließenden Diskussion, dass etwa die Hälfte der Bergmähwiesen von Hessen im Vogelsberg liegen würde. Die Gesamtkosten der im PEPL festgehaltenen Maßnahmen in der Phase II des Projektes bezifferten die Planer mit 19 bis 35 Millionen Euro. Man gehe allerdings davon aus, dass nur ein Drittel der Maßnahmen umgesetzt würden. Zur weiteren Vorgehensweise wiesen Karl-Peter Mütze und Projektleiter Stang darauf hin, dass in den nächsten drei Wochen im engeren Rahmen die Endfassung für die vorgesehene Antragstellung der Phase 2. diskutiert, verabschiedet und eingereicht werde.

Ziel sei es, bis zum 1. Juli 2014 den Bewilligungsbescheid zu erhalten, um mit der Umsetzung der Maßnahmen zu beginnen. /grau

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