Foto: Walter Kreuzer

Ernte enttäuscht bei Menge und Preis: Bauernverband zieht durchwachsene Bilanz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Frischborn - Preisdruck bei Milch und Getreide und eine unterdurchschnittliche Ernte – die Verantwortlichen des Bauernverbandes mit dem hessischen Präsidenten Karsten Schmal und dem Vogelsberger Kreisvorsitzenden Kurt Wiegel an der Spitze, malten beim Erntegespräch ein düsteres Bild der aktuellen Situation der Landwirtschaft.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer „Die Getreideernte bei uns im Kreis ist abgeschlossen. Lediglich Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben stehen noch“, erklärte Kurt Wiegel und übergab an den Gastgeber. Fred Möller, der mit seiner Familie den Sonnenhof bei Frischborn mit 80 Kühen, 100 Hektar Grünland und 120 Hektar Ackerfläche bewirtschaftet, zog eine durchwachsene Bilanz der Erntesaison. Während die Braugerste hervorragend ausgefallen sei, war das Ergebnis beim Weizen durchschnittlich. „Unter dem Strich liegen wir bei fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahr. Und 2015 war ein gutes Jahr“, betonte Möller. „Beim Getreide wird sich der Preis wieder erholen. Bei der Milch glaube ich dagegen nicht, dass wir irgendwann auf 40 Cent kommen werden. Da macht Aldi die Preise“, kritisiert der Landwirt, der sich auch Sorgen um die Hofnachfolge macht. Ein Sohn habe zwar Landwirtschaft studiert, sei sich aber nicht schlüssig, ob er den Betrieb übernehmen wolle. „Den Landwirten im Vogelsberg geht es ein Stück besser als ihren Kollegen in Südhessen. Die Lage ist aber schwierig, da zu den geringen Milchpreisen die Situation beim Getreide kommt. Das strukturelle Problem bei der Milch lässt sich nicht verändern, solange die Menge nicht runtergeht“, analysierte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU), der als Dezernent für das Amt für Wirtschaftsförderung und den ländlichen Raum zuständig ist. Kreislandwirt Andreas Kornmann fasste zusammen: „In die 2016er Ernte haben wir im Frühjahr so viel Hoffnung wie nie zuvor gesteckt. Wir sind enttäusch worden, was die Erträge angeht und dann auch bei den Erlösen. Bei vielen Betrieben ist die Liquidität angespannt. Die Gesellschaft muss verstehen, dass wir nicht zu Dumpingpreisen verkaufen können. An der Ladentheke entscheidet sich auch die Zukunft der Landwirtschaft in der Region.“

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