Unbekannte haben in einem Fake-Polizei-Schreiben nach Privatunterkünften für „Danni“-Einsatzkräfte gefragt.
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Unbekannte haben in einem Fake-Polizei-Schreiben nach Privatunterkünften für „Danni“-Einsatzkräfte gefragt, um angeblich einen Corona-Totalausfall zu verhindern.

Wegen angeblichen Corona-Totalausfalls

Unbekannte fragen in Fake-Polizei-Schreiben nach Privatunterkünften für „Danni“-Einsatzkräfte

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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  • Bernd Götte
    Bernd Götte
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In der Vogelsberg-Gemeinde Kirtorf haben Unbekannte Fake-Flyer in Briefkästen mit dem Briefkopf des Polizeipräsidiums Mittelhessen verteilt. Darin werden die Bürger gebeten, Polizeibeamten während ihres Einsatzes im Dannenröder Forst Unterkunft zu gewähren.

Kirtorf - In dem zweiseitigen Schreiben, das der Fuldaer Zeitung vorliegt, heißt es unter anderem: „Die steigenden Covid-19-Fallzahlen vor allem im Landkreis Marburg-Biedenkopf (stellen) uns vor eine große Herausforderung. Eine Stationierung von mehreren tausend Polizeikräften in der Kaserne ist riskant und unverantwortlich.“

Fake-Schreiben: Suche nach Corona-Privatunterkünften für „Danni“-Einsatzkräfte

Weiter ist zu lesen: „Der Ausbruch eines Infektionsgeschehens würde tausende Polizistinnen und Polizisten einsatzunfähig machen.“ „Fake News“ heißt es dazu von der mit dem Lückenschluss der A49 befassten Polizeiabteilung, wie eine Nachfrage der Fuldaer Zeitung ergab.

„Dieses Schreiben stammt nicht von uns“, erklärte das Polizeipräsidium Mittelhessen kurz danach auch per Twitter.

In dem Fake-Schreiben heißt es, dass die Polizei auf die Hilfe der Bürger angewiesen sei. Wörtlich ist dort zu lesen: „Um das Risiko eines Totalausfalls der Polizei zu verhindern, wollen wir mit Ihrer Hilfe Einsatzkräfte über einen von Experten erstellten Verteilungsschlüssel zur Unterbringung auf Privathaushalte verteilen. Ein Covid-19-Infektionsgeschehen würde zwar so einzelne Privathaushalte betreffen, nicht jedoch mehr den gesamten Polizeieinsatz.“

Unter der Überschrift „Gemeinsam kommen wir sicher zum Lückenschluss“ wird in dem Fake-Schreiben dazu aufgefordert, ein Kontaktformular auf der Rückseite auszufüllen und an die Polizei zu senden. Es war Sonntagmittag noch nicht klar, wie viele Haushalte mit den aufwändig und täuschend echt wirkenden Flugblätter „versorgt“ wurden.

Ein Polizeisprecher sagte, man wolle nicht über Motive oder Urheber spekulieren. Die Beamten haben nach eigenen Aussagen die Ermittlungen wegen der Fake-Schreiben im Vogelsberg aufgenommen.

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