Heinrich Hahn stellt sein neues Buch über das Feuerlöschwesen im Schlitzerland vor. Foto: privat

Feuerwehrforschung von Heinrich Hahn – Im Schlitzer Buchhandel erhältlich

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SCHLITZ - Heimatgeschichte ist vielfältig. Da gibt es ein breites Spektrum an Themen, vom Schlitzer Grafenhaus über die Stadtgeschichte bis hin zur Geschichte der Kornbrennerei.

Zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Schlitz wurden viele Themenbereiche nochmals überarbeitet und in einem Buch veröffentlicht. Wer dachte, jetzt muss doch alles erforscht sein, irrt. Man denkt nicht automatisch an die Feuerwehr, wenn man von Heimatgeschichte spricht.

Gerade im Bereich Feuerwehr und Brandschutz gibt es noch viele "dunkle Flecken", die der Autor Heinrich Hahn in den letzten Jahren bearbeitet hat. Zugegeben, Heinrich Hahn ist "vorbelastet". Durch seine langjährige Dienstzeit in der freiwilligen Feuerwehr Schlitz hat er das nötige Fachwissen, um solch ein Thema zu bearbeiten. Fachwissen heißt in diesem Zusammenhang aber nicht automatisch Fachbuch. Wie schon in seinen vorhergehenden heimatgeschichtlichen Büchern versteht es der Autor, das Thema lesenswert aufzubereiten. Es geht ja schließlich nicht nur um die Entwicklung und Weiterentwicklung von irgendwelchen Löschmaschinen. Es geht vor allem um die Leute, die dahinter stehen. Die Ängste der Bevölkerung vor dem Alles zerstörenden Feuer, den Brandschutz, die Brandbekämpfung und - in den früheren Jahrhunderten - den Aberglaube.

So kann man sagen, dass die nachbarschaftliche Freundschaft zu Hans-Peter Saurwein Früchte getragen hat, denn der hat das Thema "Brandverhütung in früheren Jahrhunderten" (siehe "Nachbarseinigungen") zum Buch beigetragen.

Darauf aufbauend erforschte Heinrich Hahn die Geschichte des Feuerlöschwesens im Schlitzerland. So schreibt er auch von dem Feuerreiter von Ützhausen, der 1717 bei dem großen Brand im Ort ein Haus umkreist haben soll, welches später vom Feuer verschont wurde. Wir erfahren auch, was es mit "Brennschlitten" oder "Wasserschlitten" auf sich hatte.

So nimmt sich Hahn jedes Dorf vor und er berichtet,

- dass Fraurombach und Nieder-Stoll die ersten Feuerspritzen im Schlitzerland hatten.

- dass noch um 1835 die Spritzenmannschaft ein "Reparaturset" bestehend aus Hammer, Beißzange, Seil, Pechdraht, Nägel, ein Handbeil und ein Schnitzmesser mitzuführen hatten.

- dass zur Feuerwehr eine Wachmannschaft gehörte, die mit Gewehren mit Bajonett ausgerüstet waren, um vor Plünderungen zu schützen.

Aber die Feuerwehren hatten auch repräsentative Aufgaben. Als Kaiser Wilhelm II. zum Besuch seines Freundes Graf Görtz erstmals mit seinem Sonderzug direkt bis nach Schlitz fahren konnte, standen die Feuerwehren des Kreutzersgrundes während der Durchfahrt seiner Majestät an ihren Bahnhöfen Spalier. Am Bahnhof in Schlitz erwarteten ca. 300 Feuerwehrkameraden - darunter 210 aus den Ortschaften des Fuldagrundes - den Deutschen Kaiser und geleiteten ihn bis Schloss Hallenburg.

Es wäre natürlich kein Feuerwehrbuch, wenn der Autor nicht auch über den Verlauf des organisierten Feuerwehrwesens in den Dörfern des Schlitzerlandes berichten würde. Dies nahm jedoch erst seinen richtigen Anfang, nachdem die Grafschaft Schlitz 1806 in das neu entstandene Großherzogtum Hessen - Darmstadt einverleibt wurde. Erst jetzt begann man auch mit dem ländlichen Brandschutz, begleitet von der fortschreitenden Entwicklung im Spritzenbau.

Das im Selbstverlag des Autors erschienene Buch ist im DIN A 4 Format, hat 248 Seiten, ist übersichtlich gestaltet und bietet auf Grund seines Formates eine gute Wiedergabe der alten Urkunden und Bücher.

Der 86-jährige Autor dankt ausdrücklich den Sponsoren, allen voran der Stadt Schlitz mit Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer. Ohne deren finanzielle Unterstützung wäre die Herausgabe des Buches zu einem moderaten Preis nicht möglich gewesen.

Das "Feuerwehrbuch" kostet 16,80 Euro und ist im Schlitzer Buchhandel und beim Autor direkt erhältlich. / ete

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