Nachdem eine Grundschule in Bad Neuenahr durch die Flutkatastrophe im Ahrtal in Not geraten ist, hat der Vogelsbergkreis Stühle und Tische dorthin gebracht.
+
Nachdem eine Grundschule in Bad Neuenahr durch die Flutkatastrophe im Ahrtal in Not geraten ist, hat der Vogelsbergkreis Stühle und Tische dorthin gebracht.

65 Tische und 175 Stühle

Nach Flutkatastrophe: Vogelsberg hilft Grundschule in Bad Neuenahr schnell und unbürokratisch

Nachdem eine Grundschule in Bad Neuenahr durch die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal in Not geraten ist, hat der Vogelsbergkreis schnell und unbürokratisch geholfen. Er stellte 65 Tische und 175 Stühle zur Verfügung.

„Es ist ein anderer Schulstart an diesem Montag. Ws ist der erste Schultag nach den großen Ferien und gleichzeitig der erste Schultag nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal. Das Wasser hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen – auch in den Schulen wie in der Grundschule am Ahrufer.“

So beginnt der Vogelsbergkreis eine Presseinformation und fährt darin weiter fort: Keller, Erdgeschoss und Turnhalle waren überschwemmt, die Flut hat alles mitgerissen, Unterrichtsmaterialien genauso wie Tische und Stühle.“ Nun kommt Hilfe kommt aus dem Vogelsbergkreis.

Nach Flutkatastrophe: Vogelsberg hilft Grundschule in Bad Neuenahr

„Aus unserem Bestand können wir 65 Tische und 175 Stühle für die Grundschule Bad Neuenahr zur Verfügung stellen, die vom Lions Club Lauterbach-Vogelsbergkreis direkt ins Krisengebiet gefahren werden“, erklärt Landrat Manfred Görig im Gespräch mit Clubmitgliedern, die auf dem Schulhof der Lauterbacher Eichbergschule Tische und Stühle auf einen großen Lastwagen und einen Transporter laden.

„In solch einer Notlage muss man schnell und unbürokratisch helfen“, unterstreicht Görig. „Unsere Schülerzahlen sind zurückgegangen, daher haben wir Reservemobiliar in unseren Schulen, das wir gerne zur Verfügung stellen.“ Auch einige Computer-Tische werden an diesem Nachmittag auf den Lkw geladen.

Vogelsbergkreis hilft Grundschule: Unterstützung durch Lions Club aus Lauterbach

„Wir arbeiten in den Schulen mit mobilen Endgeräten, von daher können wir auch diese speziellen Tische entbehren“, ergänzt Berthold Habermehl, der Leiter des Amtes für Schulische Bildung und Betreuung. „Wir haben Kontakt zum Lions Club Bad Neuenahr aufgenommen, um Hilfsaktionen abzustimmen und in Erfahrung zu bringen, was dort benötigt wird“, schildert Thorsten Bernges, der Vizepräsident des Lauterbacher Clubs.

In beiden Clubs kümmern sich Koordinatoren um die gezielte Organisation der Hilfsleistungen. Das Netzwerk zwischen allen Lions Clubs erleichtert das zielgerichtete überregionale Arbeiten. Und so war das Hilfsangebot vom Lauterbacher Präsidenten Dr. Sebastian Diehl an den Lions Club in Bad Neuenahr und dessen Präsidenten Dr. Gerald Prinz willkommen.

Im Lauterbacher Club koordiniert Vizepräsident Bernges die Hilfsaktionen. „Wir bekommen über unsere Ansprechpartner vor Ort den Bedarf übermittelt und versuchen, genau diesen zu decken. Manchmal sind es nur kleine Schritte, die möglich und sinnvoll sind, auch wenn man gerne mehr machen würde“, kommentiert der ausgebildete Notfall- und Krisenmanager die Situation.

Für die Lieferung der Schulmöbel steht beispielsweise nur ein enges Zeitfenster bis zur Aufnahme des Schulbetriebs zur Verfügung, zunächst müssen die Räume zur Lagerung beziehungsweise die Klassenräume getrocknet werden. „In nur drei Wochen konnte die Auslieferung der Schulmöbel organisiert und umgesetzt werden“, so Bernges, der mit nach Bad Neuenahr fährt.

Video: Hochwasser in Blessm: Gebürtiger Fuldaer ist von Flutschäden betroffen

Dort trifft er Schulleiterin Ursula Bell, „mit großer Dankbarkeit“ nimmt sie die Möbelspende aus dem Vogelsbergkreis entgegen. Die jetzige Hilfsaktion ist bereits die dritte Aktion des Lauterbacher Lions Clubs, in dem sich laut der Pressemiteilung 40 Mitglieder für wohltätige Zwecke in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen engagieren. Dazu gehört auch die Not- und Katastrophenhilfe. Bundesweit gebe es insgesamt 1580 solcher Clubs. 

Bereits in den ersten Tagen nach der Flutkatastrophe wurde eine Hilfslieferung im Rahmen der Soforthilfe mit zwei Stromaggregaten, fünf Trocknungsgeräten sowie Powerbanks und Leuchten in das Gebiet gebracht werden. Weiterhin wurde die Feuerwehr Bad Neuenahr mit zehn normgerechten Einsatzanzügen unterstützt, da die Einsatzkräfte dringenden Bedarf an Wechselkleidung hatten.

Viele Menschen haben durch die Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands alles verloren. Raphael Rill, der in der Burg Blessem im Rhein-Erft-Kreis wohnte, ist einer der Betroffenen. Er floh aus der Wohnung, lebt nun in Notunterkünften und bei seinen Eltern in Fulda.

Das könnte Sie auch interessieren