Viele Geschäfte in der Bahnhofstraße (hier) – aber leere Läden im Stadtzentrum von Schlitz. / Foto: Walter Kreuzer

FDP und CDU fordern „professionellen Wirtschaftsmanager“ für Schlitz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SCHLITZ - Die verwaisten Ladengeschäfte in der Schlitzer Innenstadt sind ein deutliches Indiz: Es besteht Handlungsbedarf in Sachen Wirtschaftsförderung. CDU und FDP beantragen in der Stadtverordnetenversammlung auf Initiative der Liberalen die Einstellung eines „professionellen Wirtschaftsmanagers“. Die SPD fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

Das Thema ist weder neu noch auf die Burgenstadt beschränkt. Im Gegenteil: Immer wieder hat sich das Stadtparlament mit den Leerständen in der Innenstadt oder der Ansiedlung von Gewerbe im Schlitzerland befasst. Die Große Koalition im Vogelsbergkreis hat sich die Wirtschaftsförderung auf die Fahnen geschrieben und will sich unter anderem für Gründerzentren einsetzen, wie es für das ehemalige Brauereigelände im Gespräch ist. Und die Stadt Lauterbach hat den Ersten Stadtrat Lothar Pietsch (CDU) zum ehrenamtlichen Dezernenten für die Wirtschaft ernannt.

„Wir Freien Demokraten sehen bei einer proaktiven und systematischen Ansiedlung und Förderung von Unternehmen im Schlitzerland dringenden Handlungsbedarf“, heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Antrag, den die FDP gemeinsam mit der CDU stellt. Demnach befassen sich die Liberalen „schon seit einigen Jahren intensiv mit diesem Thema“. Dabei seien sie, so Vorsitzender Daniel Braun, „zu der Überzeugung gelangt, dass wir für unsere Gemeinde sowohl einen Wirtschaftsunterstützer brauchen, der mit offenen Ohren die Ideen und Probleme der Schlitzer Unternehmen aufnimmt, als auch einen Wirtschaftsmanager, der die Schaffung und Weiterentwicklung von Unternehmen fördert.“ Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) habe eingeräumt, dass „die Stelle eines Unterstützers aus dem bestehenden Personal der Stadt gewonnen werden“ könne.

Unternehmen wünschen Ansprechpartner

Bleibt also die Position des Managers. Diese soll neu geschaffen und mit einer Person besetzt werden, „welche über die nötige Erfahrung im Bereich der Unternehmensförderung verfügt“. In der Pressemitteilung führt die FDP zwölf Kriterien eines Anforderungsprofils an. Dazu zählt die Unterstützung von Existenzgründern ebenso wie die „Schaffung von Grundlagen für einen attraktiven Wirtschaftsstandort Schlitzerland“ oder der Kontakt zu Hochschulen, das „Finden von Unternehmen, die bereit sind, ins Schlitzerland zu ziehen“ und die „deutschlandweite Bekanntmachung des Wirtschaftsstandortes Schlitz“.

„Die Vielfältigkeit der genannten Aufgaben des Wirtschaftsmanagers“, sagt die Stadtverordnete Dr. Katja Landgraf, „verlangt natürlich nach einer Person mit langjähriger Erfahrung auf den entsprechenden Gebieten, hoher Reisebereitschaft und einer bundesweiten, intensiven Vernetzung mit Unternehmen, Verbänden, Hochschulen und anderen Organisationen.“ Mit einem solchen Wirtschaftsmanager sowie einem Unterstützer, der die „Gegebenheiten vor Ort kennt und als Vermittler zwischen Unternehmen und Stadtverwaltung auftritt, ist unsere Gemeinde für die Zukunft besser aufgestellt, schaffen wir Arbeitsplätze und verbessern die Lebensqualität in Schlitz“, heißt es weiter.

Auch die Sozialdemokraten haben sich mit dem Thema beschäftigt. Sie wollen den Magistrat beauftragen, „in Abstimmung mit den heimischen Unternehmen eine Form der Zusammenarbeit zu finden, die den Interessen der Betroffenen Unternehmen besser gerecht wird“. Hintergrund sei, die kürzlich „gegenüber dem Magistrat geäußerte Unzufriedenheit von Unternehmen, die einen eigens für ihre Interessen zuständigen Ansprechpartner in der Verwaltung wünschen“. In einer weiteren Pressemitteilung äußert sich die SPD zu dem CDU/FDP-Antrag. Es sei ein „nachvollziehbarer Wunsch und zu begrüßender Antrag“. Allerdings müsse dieser zunächst in den Ausschuss überwiesen werden. Insbesondere geht es bei den von Fraktionschef Frank Döring aufgeworfenen Fragen um eine Abgrenzung zu den Aktivitäten der Vogelsberg Consult, also der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Vogelsbergkreises. Döring: „Kurios ist, dass die CDU der BLS beim Thema Internetausbau in der letzten Stadtverordnetensitzung noch vorwarf, man dürfe keine städtischen Alleingänge unternehmen, wenn der Kreis schon aktiv sei. Doch hier will man genau das – einen städtischen Alleingang.“

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