Die Ikek-Planerinnen Maria Mönig (Zweite von links) und Aline Suchantke (Dritte von links) sowie Jana Brittner (links) vom Vogelsbergkreis waren mit den Ortsbeiratsmitgliedern (von links) Simon Leineweber, Detlef Deusinger und Sebastian Birx zum Auftakt ihrer Rundreise durch die Gemeinde in Nieder-Moos unterwegs.
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Die Ikek-Planerinnen Maria Mönig (Zweite von links) und Aline Suchantke (Dritte von links) sowie Jana Brittner (links) vom Vogelsbergkreis waren mit den Ortsbeiratsmitgliedern (von links) Simon Leineweber, Detlef Deusinger und Sebastian Birx zum Auftakt ihrer Rundreise durch die Gemeinde in Nieder-Moos unterwegs.

Anfang 2022 Start in die Förderphase

Ideensammlung bei Wind und Regen: Ikek-Prozess startet in Freiensteinau - Bürger sollen mitwirken

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Freiensteinau ist Förderschwerpunkt im hessischen Dorfentwicklungsprogramm und erwartet zwischen 2022 und 2027 Zuschüsse für zahlreiche Projekte. Voraus geht die Erstellung eines Ikek – kurz für Integriertes kommunales Entwicklungskonzept –, die in dieser Woche Fahrt aufnimmt. 

Nieder-Moos - Regenschauer, böiger Wind und Temperaturen, die selbst im rauen Vogelsberg eher im Februar denn im Mai verortet werden: So präsentierte sich Freiensteinau zum Auftakt einer Rundreise der Ikek-Planerinnen Maria Mönig und Aline Suchantke vom Erfurter Büro IPU durch die Gemeinde. Am Mittwoch und am Donnerstag stehen die übrigen Dörfer auf dem Programm.

„Die Bürger sollen mitwirken. Je mehr Ideen eingebracht werden, desto besser werden das Ikek und die folgenden Projekte. Für uns ist es sonst schwierig, die wichtigen Projekte zu finden“, stellt Maria Mönig klar. Tatsächlich werden die Projekte aus dem erstellten Konzept entwickelt, sie müssen also zu den dort aufgezeigten Themen und Zielen passen.

Freiensteinau: Ikek-Prozess startet - Anfang 2022 Start in die Förderphase

Um sich selbst ein Bild von den in den elf Dörfern der Großgemeinde anstehenden Problemfeldern zu machen und die Gedanken der Menschen vor Ort aufzunehmen, sind Mönig und ihre Kollegin Alina Suchantke von der thüringischen Landeshauptstadt in den Vogelsberg gereist. Begleitet werden sie von Jana Brittner vom Vogelsbergkreis, die in der Kreisverwaltung für die Dorfentwicklung – und später die Bewilligung von Förderungen – zuständig ist. (Lesen Sie hier: Polizeieinsatz im Vogelsberg: Spezialkräfte durchsuchen Wohnung in Schlitz - und finden Waffen und Drogen).

In Nieder-Moos waren es Ortsvorsteher Sebastian Birx sowie seine Ortsbeiratskollegen Simon Leineweber und Detlef Deusinger, die den Damen während eines gut einstündigen Rundgangs ihre Überlegungen näherbrachten. „Den Bereich an der Dorflinde bei der Kirche möchten wir gerne als zentralen Dorfplatz herrichten. Das Dorfleben spielt sich zum großen Teil hier ab“, nannte Birx einen Wunsch. Einen anderen betrifft den Friedhof, dessen historische Mauer „in die Jahre gekommen ist“, wie es der Ortsvorsteher ausdrückt. Und das Thema Verkehrsberuhigung in der viel befahrenen Ortsdurchfahrt brennt unter den Nägeln – nicht zuletzt, weil sie künftig in Höhe der beiden Gaststätten von einem Radweg gekreuzt werden soll.

Maria Mönig: Das Ziel ist, dass viele Ideen von den Bürgern kommen, die die Orte hier kennen

„Das Ganze soll für die Bevölkerung sein. Daher ist es schön, dass schon Projektideen vorgebracht werden. Das Ziel ist, dass ganz viele Ideen von den Bürgern kommen, die die Orte hier kennen und wissen, was fehlt“, fasst Mönig nach dem Rundgang in Nieder-Moos zusammen. Bereits in den vergangenen Monaten sei an dem Konzept gearbeitet worden. Bestandsanalyse, demografische Entwicklung, Baulücken, Leerstände, touristische Daten oder Gastronomie sind Bereiche, zu denen die Gemeinde bereits Daten übermittelt habe.

Bis zum Jahresende soll das Ikek „fertig sein, damit wir Anfang 2022 in die Förderphase starten können“, sagt die Planerin. Vor diesem Start steht noch die Anerkennung des Konzepts durch die für die Förderung zuständige WiBank, die „im Dezember oder Januar“ erreicht werden könne. Bis dahin dürfte auch weitgehend klar sein, wie die Förderbereiche konkret aussehen. In der Regel sind dies die Ortskerne, kommunale Maßnahmen seien aber auch außerhalb möglich.

Bis zum Jahresende soll das Ikek fertig sein - Anfang 2022 soll die Förderphase starten

Gefördert werden auch private Vorhaben. Informationen zum Ikek, den Ablauf und Beteiligungsmöglichkeiten an der Dorfentwicklung gibt es am Mittwoch, 19 Uhr, während einer Auftaktveranstaltung. Diese findet wegen der Corona-Pandemie nur digital statt. Die Adresse zu dem interaktiven Livestream ist auf der Homepage der Gemeinde freiensteinau.de zu finden.

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