Noch gibt es im Wartenberger Rathaus eine eigene Kasse. Foto: Walter Kreuzer

G-9-Kommunen diskutieren über engere Zusammenarbeit

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wartenberg - "Wir müssen unsere Aufgaben so kostengünstig wie möglich erfüllen", fordert der Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD). Bei den Bürgermeistern der G 9-Gruppe stößt er auf offene Ohren. Sie überlegen seit Monaten, Kassenverwaltung und Personalabrechnung zusammenzulegen.

Die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) steht in Zeiten klammer Kassen bei Städten und Gemeinden hoch im Kurs. Im Altkreis Lauterbach besteht mit der G-9-Gruppe ein Arbeitskreis der Bürgermeister aus Wartenberg, Schlitz, Freiensteinau, Schotten, Ulrichstein, Lautertal, Grebenhain, Herbstein und Birstein (Main-Kinzig-Kreis). Mit dem Waldarbeiterpool und einem gemeinsamen Ordnungsamtsbezirk von Lautertal, Herbstein, Grebenhain und Freiensteinau gibt es neben dem Erfahrungsaustausch auch konkrete – und erfolgreiche – Projekte.

Am Mittwoch haben die Rathauschefs den nächsten Schritt eingeleitet: Sie laden die Beigeordneten, Stadträte und Ältestenräte ihrer Kommunen sowie die betroffenen Mitarbeiter der Verwaltungen zu einer Informationsveranstaltung ein. Thema wird die mögliche Zusammenlegung der Kassen und der Personalverwaltung dieser neun Kommunen sein. "Wir wollen diesen Personenkreis auf den Wissensstand bringen, den wir schon haben", erläutert Heiko Stock. Der Lautertaler Bürgermeister ist der Sprecher der G 9. "Wir denken, es könnte funktionieren, sonst würden wir es nicht vorschlagen. Die Auswirkungen auf die Bevölkerung haben wir im Blick und es ist noch nichts entschieden. Es wird ergebnisoffen informiert." Hierzu hat Stock Referenten aus Kommunen eingeladen, die schon die gemeinsame Kasse praktizieren.

Die Begeisterung für das Projekt ist unterschiedlich stark ausgeprägt. "Zusammenarbeit führt nicht automatisch zu Einsparungen und Verbesserungen. Wenn das so wäre, müssten größere Kommunen finanziell und in der Qualität ihrer Verwaltung besser dastehen. Es ist eher umgekehrt", sagt Wartenbergs Bürgermeister Manfred Dickel (parteilos), der noch sehr zurückhaltend ist: "Man muss sich über die Vor- und Nachteile informieren. Das ist ein Abwägungsprozess. Das geht nicht von heute auf morgen." Der Ulrichsteiner Rathauschef Edwin Schneider (parteilos) findet die "IKZ vom Grundsatz her positiv, auch im Kassenwesen. Aber man muss schauen, wie es im Detail aussieht." So werden in den neun Kommunen unterschiedliche Computerprogramme benutzt. Schneider sagt: "So lange wir nicht mit der Eröffnungsbilanz und den Jahresabschlüssen durch sind, führe ich kein anderes Programm ein."

Die Idee einer gemeinsamen Kassenverwaltung hat der Freiensteinauer Friedel Kopp (parteilos) in die Runde eingebracht: "Das könnte erhebliche Synergien ergeben. Für unsere ein bis zwei Prozent Barzahler könnten wir Beratungsstellen in den Rathäusern öffnen. Wir habe ein paar Leute, die kommen und wollen ein Schwätzchen halten. Das sollte man nicht ganz kappen." Eine Zentral- oder Gemeinschaftskasse könnte "man mit Fachleuten besetzen, die aus den Kommunen kommen. Das Beitragsrecht zum Beispiel ist sehr kompliziert. Da könnten sich die Sachbearbeiter tiefer einarbeiten."

Diese Spezialisierung ist auch ein Vorteil, den Heiko Stock sieht. Er verweist auf die Erfahrungen mit dem Ordnungsamtsbezirk: "Es ist ein großes Plus, dass wir das Fachwissen zusammengefasst haben. Durch die größere Routine können Fälle, die sonst selten auftreten, schneller abgearbeitet werden. Wir wurden in diesem Bereich fitter."

Das gilt auch für das Personalwesen. Hier hat Landrat Görig den Kommunen angeboten, die Abrechnung durch die Abteilung im Landratsamt ausführen zu lassen. Edwin Schneider dazu: "Diesen Bereich könnte man zentralisieren. Bei uns macht das eine Person. Wenn dieser Mitarbeiter ausfällt, wird es schwierig."

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