Erwin Nahrgang (Wallenrod) und Volker Lein (Bleidenrod) treffen CDU-Landtagsabgeordneten Michael Ruhl (Mitte) bei der Wolfs-Demo auf dem Luisenplatz. / Foto: Graulich

Gegen den Wolf: Vogelsberger Landwirte bei Demo in Wiesbaden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wiesbaden/Vogelsbergkreis - Hunderte Tierhalter aus ganz Hessen, darunter etwa 50 aus dem Vogelsberg, waren am Mittwoch unter dem Motto: „Es ist 5 nach 12“ in die Landeshauptstadt gereist, um von der Landesregierung ein „vernünftiges Wolfsmanagement“ einzufordern.

Auf dem Luisenplatz stellte sich Ministerin Priska Hinz, den Demonstranten und betonte klipp und klar: „Wir müssen lernen mit dem Wolf zu leben!“. Sie erntete dafür zwar laute Buhrufe, beharrte aber auf ihrer Aussage. Auch die Vertreter aller Parteien wiesen darauf hin, dass man sich auf den Wolf einstellen müsse. Es sei auch nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das erste Rudel gebildet habe. Im Visier hat man dabei die Wölfin im Raum Ulrichstein, die im Dezember 2018 das erste Mal gesichtet aber erst Mitte 2019 offiziell bestätigt wurde.

„Es ist 5 nach 12“

„Wir brauchen den Wolf nicht“, betonte Werner Eifert, der in Eichelhain rund 50 Heidschnucken hat. Er wies in einem Gespräch mit dieser Zeitung auf die Nachfolgeschäden bei einem Einbruch eines Wolfes in eine Schafherde hin. Neben den getöteten und verletzten Tieren, bestehe die große Gefahr des Ablammens (Fehlgeburten) bei trächtigen Tieren. „Mit der ersten öffentlichen Demo wollen wir die Politik und die Bevölkerung wachrütteln. Wir müssen Flagge zeigen, denn es ist 5 nach 12“, so Philipp Seipel, Ziegenhalter aus Angersbach.

Von der Politik allein gelassen

Bisher fühle man sich von der Politik alleine gelassen, denn alleine im Jahr 2019 seien bereits mehr als 30 Nachweise von Wölfen in Hessen auf der offiziellen Monitoring-Homepage verzeichnet. Zehn der 30 Nachweise beruhten auf Rissen in Schafherden und bei Weidetieren, wie Anfang September im Ulrichsteiner Stadtteil Unter-Seibertenrod an einem Kalb.

Die Vogelsberger Weidetierhalter fordern von der Landesregierung ein „vernünftiges Wolfsmanagement“, das auch eine vernünftige Entschädigung gewährleistet. Dies nicht nur bei einem erfolgten Wolfsriss, sondern auch bei den erforderlichen Herdenschutzmaßnahmen. / grau

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