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Gesamtschule Schlitzerland: Neubau als Alternative zur Sanierung

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Lauterbach - "Das ist mir zu viel Geld für eine Sanierung. Da müssen wir noch mal reden", brachte Landrat Manfred Görig (SPD) im Gespräch mit Schulleiterin Dr. Ingeborg Krause auf den Punkt, was kurz zuvor in den Ausschüssen des Vogelsberger Kreistages unausgesprochener Konsens war. Es geht um eine Investition von 16,3 Millionen Euro.

Eigentlich konnten die von den Planungsbüros am Donnerstag in der Lauterbacher Sparkassen-Aula dem Haupt-, Finanz-, Personal- und Gleichstellungsausschuss sowie dem Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport des Vogelsberger Kreistags vorgelegten Zahlen nicht überraschen. Schon in der Debatte über den 2014er Haushalt hatte Hauptausschussvorsitzender Lothar Bott (Freie Wähler) von 30 Millionen Euro gesprochen, die in die Sanierung der Gesamtschulen in Schotten und in Schlitz investiert werden müssten. Nun war bei den Planern Tanja Wickert und Christian Bähr von 11,6 Millionen Euro für die Sanierung sowie einen Neubau des Förderstufentraktes an der Gesamtschule Schotten die Rede. Laut ihren Kollegen Jörn Horn und Jochen Röhrig kommt die Sanierung der Gesamtschule Schlitzerland noch teurer: Hier liegt die Schätzung bei 16,3 Millionen Euro für die grundlegende Sanierung. Zudem sollen die Flachdächer des gesamten Gebäudekomplexes durch Satteldächer ersetzt werden und sind verschiedene An- und Umbauten geplant.

In der Diskussion war es FW-Fraktionschef Friedel Kopp, der als Erster das Wort "Neubau" für das Schlitzer Projekt in den Raum stellte. Diese Alternative müsse geprüft werden – sofern Grundstücke vorhanden seien. Ulrich Künz (CDU) formulierte es später direkter: "Reißt das alte Zeug ab und baut eine neue Schule."

Nun, abgerissen werden sollen Teile der Schlitzer Schule schon. Dabei geht es vor allem um den jetzigen Verwaltungsbereich, die Eingangshalle und die Mediathek, die vollkommen neu gestaltet werden. Die Eingangshalle wird mit 3,50 Meter künftig deutlich höher werden. Derzeit beträgt die Raumhöhe lediglich 2,20 Meter. Innenhof und Mediathek weichen einer geräumigen Aula. Im Bereich der Mensa und der Ständerbauten soll so an- und umgebaut werden, dass ein geschlossener Gebäudetrakt entsteht. Auf diese Weise soll die Schule künftig weitgehend den Passivhausstandard erfüllen. Während der auf vier Bauabschnitte und vier Jahre ausgelegten Bauzeit sollen Teile des Schulbetriebes in elf Container ausgelagert werden. Die Kosten gliedern sich laut Planer Jörn Horn in 10,9 Millionen für die Sanierung und 5,4 Millionen Euro für Ergänzungsbauten.

Wann welches der beiden Projekte angepackt, wie die Finanzierung aussehen und über welchen Zeitraum die Vorhaben umgesetzt werden, ist noch nicht entschieden. Schuldezernent Peter Zielinski (Grüne) macht die Antworten "von den Finanzmitteln abhängig. Wir sind unter dem Schutzschirm und können pro Jahr nur 3,5 Millionen Euro investieren. Zudem haben wir auch die Oberwaldschule Grebenhain, für die wir Mittel aufwenden müssen. Um in die Finanzierungs- und Umsetzungplanung gehen zu können, brauchen wir erst eine genauere Kostenschätzung."

Landrat Manfred Görig (SPD) unterstützte seinen Vize. Erst wenn alle Zahlen auf dem Tisch lägen, werde entschieden: "Wir werden auch die Diskussion über einen Neubau in Schlitz mit in die Bauabteilung nehmen und die Ausschüsse bei nächster Gelegenheit informieren. Im Laufe der Haushaltsberatung müssen wir entscheiden, wie und wo es losgeht." Dass es in Schlitz auf einen Neubau hinauslaufen könnte, sprach der Landrat nach der Sitzung auch gegenüber Schulleiterin Dr. Ingeborg Krause an. Völlig offen ist derzeit allerdings, wo dieser errichtet werden könnte. In Frage kommt etwa der jetzige Schulhof unterhalb der Mensa. Durch die Topografie würde sich eine Teilunterkellerung anbieten – und vielleicht könnte das geschlossene Hallenbad integriert werden.

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