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Glasfaserausbau im Vogelsberg kommt später

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Lauterbach - Der Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD) ist stinksauer auf die Deutsche Telekom. Entgegen früheren Plänen verlegt sie in der Wetterau jetzt doch Glasfaser – flächendeckend. Das gefährdet die Pläne des Vogelsbergkreises, im Vogelsberg schnelles Internet voranzubringen.

Die Versorgung mit schnellem Internet kam in Vogelsberg und Wetterau lange nicht voran. Eine Investition in der Region war den großen Konzernen nicht attraktiv genug. Die beiden Landkreise, der Energieversorger OVAG und einige Kommunen, darunter Alsfeld, Freiensteinau, Grebenhain, Herbstein und Schlitz gründeten deshalb die Breitband-Infrastrukturgesellschaft Oberhessen (bigo), um in ihren Bereichen flächendeckend Glasfaser zu verlegen. Wartenberg und Lauterbach sind nicht Gesellschafter.

Die Bigo wollte ein großes Rad drehen: 560 Millionen Euro wollte sie investieren. Im Februar 2016 sicherte das Land einen zinsgünstigen Kredit über 43,4 Millionen Euro zu, Mitte Juli skizzierten die Landräte Manfred Görig und Joachim Arnold (beide SPD) den genauen Ausbauplan: Ende September sollte Spatenstich für das Großprojekt sein. Binnen zwei Jahren sollte es abgeschlossen sein. „Für die Wetterau und den Vogelsbergkreis ist dies eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben überhaupt“, erklärte Görig im Juli.

Glasfaser in die Wetterau – nicht Vogelsberg

Doch vor einer Woche bestätigte die Telekom öffentlich: Sie selbst will Glasfaser in die Wetterau bringen – nicht aber in den Vogelsberg. Die Mitteilung der Telekom über den Ausbau in der Wetterau ist ein Tiefschlag für das gesamte Projekt – auch wenn Görig das gestern bei seiner ersten öffentlichen Äußerung nach dem Bekanntwerden der Telekom-Pläne nicht sagen wollte. Die Wetterau ist dichter besiedelt und bevölkerungsreicher als der Vogelsberg. Glasfaser zu verlegen, ist in der Wetterau deutlich lukrativer als im Vogelsberg.

Ob und wie sich der Glasfaser-Ausbau im Vogelsberg für die bigo rechnet, wenn die Telekom die Wetterau flächendeckend versorgt, muss die bigo jetzt neu berechnen. Als Konsequenz aus den jüngsten Entwicklungen werde sich der Herbsttermin zum bigo-Ausbaubeginn voraussichtlich auf Frühjahr 2017 verschieben, sagte Görig. / vn

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