Strahlende Gesichter bei den neuen Großkoalitionären im Vogelsbergkreis (von links): Der designierte Kreistagsvorsitzende Hans Heuser, Landrat Manfred Görig, sein künftiger Stellvertreter Jens Mischak, SPD-Unterbezirksvorsitzender Swen Bastian sowie die Fraktionschefs von CDU und SPD, Stephan Paule und Matthias Weitzel. / Foto: Walter Kreuzer

Görig will Landrat bleiben, CDU verzichtet: Große Koalition im Vogelsbergkreis steht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsbergkreis - Die neuen Koalitionspartner im Vogelsbergkreis – CDU und SPD – strahlen um die Wette bei der Vorstellung ihres Papiers. Allen Grund zur Freude hat Landrat Manfred Görig. Der SPD-Mann verkündet seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit und die Union erklärt den Verzicht auf einen eigenen Bewerber.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

„Die Würfel sind gefallen. Es gibt eine Neuauflage der Großen Koalition im Kreis“, verrät CDU-Kreisvorsitzender Dr. Jens Mischak, was sich längst abzeichnet. Auch die Einschätzung von SPD-Unterbezirkschef Swen Bastian, die Stimmung in den vier Verhandlungsrunden sei „hervorragend gewesen“, ist während dieser Pressekonferenz keine Neuigkeit. Eine solche verkündet dann Landrat Manfred Görig, nachdem zuvor die Eckpunkte des Koalitionspapiers Thema waren: „Ich trete bei der Landratswahl wieder an und werde nicht zur OVAG wechseln – egal wie komfortabel dieser Stuhl auch ist. Ich bleibe bis zum bitteren Ende Landrat. Wann das ist, entscheiden die Wähler und am Ende ich.“ Diese in der Sache nicht überraschende Information ist der Union bereits seit Wochen bekannt – und hat ihr eine der schwersten Entscheidungen auferlegt, die im Rahmen dieser Verhandlungen zu treffen war: die Christdemokraten verzichten auf einen eigenen Kandidaten. Das ist vom Kreisvorstand und der Kreistagsfraktion bereits beschlossen und soll am 30. April vom Kreisparteitag indirekt als Teil der Koalitionsvereinbarung abgesegnet werden. „Die Landratswahl soll zusammen mit der Bundestagswahl im Herbst 2017 stattfinden. Dann hat die neue Koalition gerade einmal 12 bis 15 Monate gearbeitet. Die Inhalte wie Schulentwicklungsplan, die Finanzen oder das Kreiskrankenhaus können wir inhaltlich nur voranbringen, wenn wir uns vor allem am Anfang einig sind“, betont Fraktionschef Stephan Paule. „Da ist es keine praktikable Lösung, mit einem CDU-Kandidaten in den Wahlkampf zu gehen.“ Ähnlich sieht es Jens Mischak, dessen „Herz blutet etwas an der Stelle. Es wäre wenig vertrauensbildend, wenn sich die beiden hauptamtlichen Spitzen der Koalition vom ersten Tag an einen Konkurrenzkampf liefern würden.“ Zu diesem Zeitpunkt ist bereits offiziell bestätigt, was auch unsere Zeitung schon vor Wochen meldete: Mischak soll Vize-Landrat werden. Als Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kann gesehen werden, dass Mischak und Görig inzwischen per Du sind – und auch die Dezernatsverteilung einvernehmlich geregelt wurde. Die CDU erhält Wirtschaft und Tourismus, während die SPD das Sozialresort bekommt. Dafür ist allerdings nötig, dass der aktuelle Erster Kreisbeigeordnete Peter Zielinski (Grüne) abgewählt wird. Die notwendigen beiden Abstimmungen sollen am 7. Juni und 8. Juli erfolgen – und Mischak dann sofort übernehmen.

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