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Nachhaltige Zukunft

Gemeinsam ackern in Grebenhain: Kinder und Jugendliche entwickeln Idee eines Ackerprojekts

Das vergangene Jahr war zwar geprägt von zermürbenden Absagen, aber im Hohen Vogelsberg entwickelte sich zum Jahresende die Idee eines gemeinsamen Ackerprojekts. 

Grebenhain - Im Vogelsbergkreis waren dieses Jahr nicht nur wegen der coronabedingten Hygienebestimmungen Gemeinschaftsgärten immer wieder im Fokus, sondern auch weil einige Klimabotschafter der Jugendklimakonferenz 2019 in verschiedenen Netzwerken mehr Gemeinschaftsgärten im Vogelsberg forderten. „In der heutigen Zeit brauchen wir mehr denn je offene und partizipative Lernorte nicht nur für Kinder und Jugendliche, in denen interkulturelle Begegnungsräume entstehen, die sich mit dem Thema der nachhaltigen Zukunft in einem demokratischen Miteinander auseinandersetzen“, betont Lara Fahrenbach (16 Jahre aus Lauterbach) von der Klimakidsinitiative. Diese gestaltet in Angersbach seit Februar mit Kindern gemeinsam einen Acker.

In Grebenhain entwickelte sich nun eine bunte Initiative, bei der neben einigen engagierten Lehrerinnen und Lehrern der Oberwaldschule von Beginn an auch der Förderverein der Schule mitwirkte. Lehrer Sebastian Ohlemutz suchte mit erfinderischer Offenheit nach einem geeigneten Stück Land, was auf dem derzeitigen vom Umbau geprägten Schulgelände nicht einfach war. Fündig wurde er bei Bürgermeister Sebastian Stang persönlich, der ohne zu zögern ein privates Stück Land für die Projektidee zur Verfügung stellte und selbst mit Ackergerät vorbereitete. (Lesen Sie hier: Geflügelpest bricht in Freiensteinau aus: 17 Pfauen sterben - Jetzt werden knapp 100 weitere Vögel getötet).

Grebenhain: Kinder und Jugendliche entwickeln Idee eines Ackerprojekts

Weitere Lehrerinnen und Lehrer unterstützten die Idee mit pädagogischem Fachwissen, Vernetzung und Einsatzbereitschaft. Lehrerin Theresia Kuttenkeuler nahm im Rahmen der Idee Kontakt zu Ackerdemia auf, einem bundesweiten Verein, der sich auf praktische Gemüseackerprojekte und deren Perspektive auf die sozial-ökologische Transformation mit Schulen spezialisiert hat. Die beteiligten Jugendlichen waren schnell begeistert von der Aktion und vermissten ihren Ackereinsatz schon beim ersten Schnee.

„Es ist toll, einfach mit den anderen hier draußen zu arbeiten und dabei zu schwätzen“, schwärmte eine Schülerin der Oberwaldschule. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern könnten in Zukunft viele interessierte Menschen aus der Umgebung ab Frühjahr 2021 unter Anleitung der Ackerdemia den Gemüseacker bestellen. Unterstützende Funktion in der Koordination und dem Finanzierungmanagement übernimmt Ruth Martin-Weigang vom Evangelischen Dekanat Vogelsberg im Rahmen ihrer Tätigkeit in der schulbezogenen Kinder- und Jugendarbeit.

Ruth Martin-Weigang: „Die Motivation war von Beginn an zu spüren“

Bei ihr können sich gerne Menschen melden, die Interesse am Gemeinschaftsgarten Grebenhain haben und in einer individuellen Form mitwirken möchten (Mail an martin-weigang@ekhn.de). Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Programm „Demokratie leben!“ im Vogelsberg. „Die Motivation war von Beginn an zu spüren und hielt sich auch durch die Aufs und Abs verschiedener Hürden, die nicht selten Corona bildete.“

Der Gedankensamen war jedoch im Sommer irgendwie auf fruchtbares Land gefallen und begann zu wachsen, auch wenn die Umstände dieses Jahr nicht ideal waren, aber gerade das gibt doch Hoffnung in vielfältiger Weise“, schmunzelt Kristina Eifert, die als neue Fachstelleninhaberin „Demokratie leben!“ im Vogelsbergkreis die Initiative berät. (rsb)

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