Das STI-Werk im Industriegebiet Oberwald in Grebenhain.
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Das STI-Werk im Industriegebiet Oberwald in Grebenhain.

„Schmerzhafter Schritt“

Einigung bei STI in Grebenhain: 106 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Die Geschäftsführung der STI Group hat sich mit dem Betriebsrat Grebenhain geeinigt. 158 Arbeitsplätze werden abgebaut, gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

  • Die Geschäftsführung der STI Group und der Betriebsrat Grebenhain haben eine Einigung erzielt.
  • 106 Arbeitsplätze bleiben erhalten und werden an andere Standorte der STI Group verschoben.
  • Am Standort in Grebenhain werden insgesamt 158 Stellen abgebaut.

Update vom 6. August, 17.18 Uhr: Nach der Einigung erklärte Jakob Rinninger, CEO der STI Group: „Dies ist ein schwieriger und schmerzhafter Schritt, aber sehr wichtig für die Zukunft unseres Unternehmens. Wir haben aber eine vernünftige Lösung gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeitet.“

Insgesamt können 106 Arbeitsplätze erhalten werden, teilte das Unternehmen mit. Hiervon werden 94 Arbeitsplätze im Vogelsbergkreis in den Standorten Lauterbach und Alsfeld angesiedelt sowie sieben Arbeitsplätze am Standort Neutraubling. Alle Auszubildende des Werks Grebenhain werden am Standort Lauterbach übernommen.

158 Arbeitsplätze werden am Standort Grebenhain abgebaut. Die Verlagerung der Aktivitäten an andere Standorte erfolge stufenweise spätestens bis zum 31. Dezember.

STI Werk in Grebenhain: Keine Einigung mit Betriebsrat, nun Gespräche mit Schlichter

Erstmeldung vom 28. Juni, 17.59 Uhr: Grebenhain - Die Geschäftsführung der STI Group bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung: Mit dem Betriebsrat des STI-Standortes Grebenhain habe keine Einigung erzielt werden können. Deshalb habe man gemeinsam entschieden, die Verhandlungen nun mit Hilfe einer Einigungsstelle fortzuführen.

„Wir wollen zeitnah eine verantwortungsvolle Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standortes Grebenhain finden und werden die Verhandlungen unter der Leitung eines Schlichters fortsetzen“, so Jakob Rinninger, CEO der STI Group. Man strebe unverändert verantwortungsvolle Lösungen für die Mitarbeiter des Standortes an. Hierzu gehöre auch die Übernahme möglichst vieler Mitarbeiter an anderen Standorten, womöglich in der Region.

Schließung des STI-Werks in Grebenhain: Schlichter soll Lösung erarbeiten

„Im Rahmen der letzten Verhandlungstermine hat der Betriebsrat ein Alternativkonzept vorgestellt, das den Erhalt von einem Teil der Produktion am Standort Grebenhain vorsieht“, erklärt Rinninger. „Dieser Vorschlag wurde kontrovers diskutiert, eine Einigung konnte nicht erzielt werden“. Es sei ein normaler Prozess, einen Schlichter einzubinden, wenn beide Parteien gemeinsam keine Lösung finden, so Rinninger weiter.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Grebenhain eine Mitgliederversammlung der Gewerkschaft Verdi in zwei Schichten gegeben. Viele der langjährigen Beschäftigten hatten sich enttäuscht darüber gezeigt, dass sie nicht von der Geschäftsleitung über ihre Pläne informiert wurden, sondern in der Presse davon gelesen hatten. Am Standort in Grebenhain gibt es derzeit rund 280 Beschäftigte, im Konzern mit weiteren Standorten in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie in Tschechien insgesamt etwa 2000 Mitarbeiter.

Die Gewerkschaft macht nach wie vor den 2019 missglückten Versuch, die komplette STI-Gruppe zu verkaufen, für die Schwierigkeiten verantwortlich. Der Betriebsrat hat sich zu den Entwicklungen bislang nicht geäußert.

Anfang Mai waren die Pläne für die Schließung des Standorts Grebenhain bekannt geworden. (sim)

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