Die beiden städtischen Mitarbeiter Wolfgang Ritz und Axel Semmler vor dem Eingang zum Schlosspark mit dem Informationsschild.
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Die beiden städtischen Mitarbeiter Wolfgang Ritz und Axel Semmler vor dem Eingang zum Schlosspark mit dem Informationsschild.

„Artensterben in Hessen stoppen“

Blühstreifen in Schlitz und Umgebung angelegt: Insgesamt rund 4.500 Hektar in Hessen

Wer jetzt aufmerksam durch den Schloßpark - Sengelbach, Eingang des Schloßparkes, in Richtung Biergarten, an der „Hallebrück“, und auf der Quebst spazieren geht, dem fallen die Blühstreifen ins Auge.

Schlitz - Sie wurden in der letzten Woche und bereits Freitag davor, auf der Quebst, von den Mitarbeitern des Städtischen Bauhofs angelegt. Die Stadt Schlitz im Vogelsbergkreis hat sich damit an der Aktion Blühstreifen im Rahmen des Agrarumweltmaßnahmenprogramms und der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“, beteiligt. Durch das Ansäen von Blühstreifen, soll die Vielfalt der Insekten und heimische Arten erhalten werden. Besonders auf dem Land brauchen Bienen Nahrung, wenn der Raps verblüht ist. Die Aktion Blühstreifen ist eine Initiative des Vogelsbergkreises und ihren Projektpartnern - Kommunen.  

Blühstreifen in Schlitz und Umgebung angelegt

Auf Blühflächen finden nicht nur Bienen und Wildbienen, sondern auch viele andere Insekten einen Lebensraum. Insekten dienen wiederum Vögeln als Nahrung. Blühflächen sorgen damit für den Erhalt der so wichtigen Artenvielfalt. Laut Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) sind weltweit bis zu einer Million Arten vom Aussterben bedroht. „Wir müssen gemeinsam alles daransetzen, das Artensterben hier vor Ort in Hessen zu stoppen“, so die Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Priska Hinz. Mit der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ macht das Umweltministerium seit März 2017 erfolgreich auf die Bedürfnisse von Wild-, Honigbienen und anderen Insekten aufmerksam und setzt Maßnahmen um. (Lesen Sie hier: Insektenschutzprojekt im Vogelsberg - 13 Städte und Gemeinden beteiligen sich)

Im Fokus steht heimisches Saatgut – in zweifachem Sinne: Anstelle von Zier- und Kulturpflanzen lassen sich die typischen Blütenpflanzen der Mähwiesen und Magerweiden in Blühstreifen ansäen. Für das Projekt wurde ausschließlich Saatgut heimischer Arten, 50 Verschiedene an der Zahl, ausgewählt. Deutschland kann rund 30.000 heimische Insektenarten verzeichnen. 

„Wir müssen gemeinsam alles daransetzen, das Artensterben hier vor Ort in Hessen zu stoppen“

Sie sind ein unverzichtbarer Teil des Ökosystems: Nicht nur als Bestäuber der Obstbäume und vieler Blütenpflanzen leisten sie einen unbezahlbaren Beitrag für die Lebensmittelproduktion und für das Fortbestehen wertvoller Biotope. 

Sie sind Teil der Nahrungskette und sichern das Überleben zahlreicher Vogel-, Reptilien-, oder Amphibienarten. „Insektenvielfalt und heimische Artenvielfalt sind damit untrennbar verbunden. Es ist eine wichtige Aufgabe, diese Vielfalt zu erhalten und Maßnahmen im Vogelsbergkreis zu unterstützen“. 

Insgesamt wurden von den Mitarbeitern des Bauhofs Axel Semmler, Wolfgang Ritz und Sascha Kokel 40 Kilogramm Saatgut ausgesät. Freuen wir uns auf die wunderbare bunte Vielfalt der Aussaat. Die Blühflächen werden nur einmal im Jahr gemäht.

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