Eine ältere Dame nimmt in ihrer Wohnung ein Telefongespräch an.
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Trickbetrüger nutzen Ängste der Menschen aus. (Symbolfoto).

Falscher Polizeibeamte

Trickbetrug: Zwei Frauen verlieren mehrere tausend Euro - 22-Jähriger nach bundesweiten Aktionen in U-Haft

Ein 22-jähriger Hesse soll bundesweit mehrere Trickbetrüge begangen haben. In Herbstein hat er mutmaßlich zwei Frauen um mehrere tausend Euro gebracht.

Herbstein - Die Polizei hat einen 22-Jährigen aus Oberursel in Hessen festgenommen, weil der im Verdacht steht, bundesweit bei mehreren Trickbetrügereien aktiv mitgewirkt zu haben. Auch in Herbstein soll er daran beteiligt gewesen sein, zwei Frauen um mehrere tauend Euro zu bringen.

Im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung und Ermittlungen der Kriminalpolizei Vogelsberg konnte der 22-Jährige als Täter identifiziert werden. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wurde seine durchsucht. „Hierbei konnte weiteres Beweismaterial aufgefunden werden“, berichten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Osthessen. Gegen den Mann aus Oberursel erging laut Mitteilung ein Untersuchungshaftbefehl. Außerdem wurde ihm im Rahmen der Ermittlungen der Zugriff auf sein Vermögen entzogen. „Die Ermittlungen dauern aktuell noch an“, heißt es. (Lesen Sie hier: 33-Jähriger fällt auf falsche Bankmitarbeiter herein)

Hessen: 22-Jähriger Trickbetrüger nach bundesweiten Aktionen in U-Haft

Zum Hintergrund: Bereits im Oktober 2020 riefen an einem Tag Unbekannte bei zwei Frauen aus Herbstein an, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Sie brachten die beiden Frauen durch äußerst geschickte Gesprächsführung dazu, ihre Wertgegenstände und Bankdaten herauszugeben, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft.

Im einen Fall gaben sich die Unbekannten am Mittwochabend, 14. Oktober, am Telefon gegenüber der 76-jährigen Herbsteinerin als Polizeibeamte aus Lauterbach aus, heißt es. „Eine Einbrecherbande sei im Bereich Herbstein aktiv. Die Polizei habe bereits mehrere Täter festnehmen können, die einen Zettel mit dem Namen der Herbsteinerin bei sich geführt hätten. Es seien jedoch noch weitere Täter flüchtig. Man sei nun um die Sicherheit der 76-Jährigen und derer Wertgegenstände besorgt und habe Beamte in der Nähe ihrer Wohnanschrift positioniert“, wiederholen Polizei und Staatsanwaltschaft das Gespräch.

„Um die flüchtigen Täter festnehmen zu können, wolle man nun mit der Herbsteinerin zusammenarbeiten und den Einbrechern eine Falle stellen.“ Die Frau sollte nach Aufforderung der Täter ihre Bankkarten vor ihrem Haus ablegen und die PIN am Telefon nennen. Sie dürfte mit niemandem über die Telefonate sprechen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. „Durch geschickte Gesprächsführung vermittelten die Täter Sicherheit und wirkten glaubhaft“, erklären die Beamten. Die Frau aus Herbstein kam den Aufforderungen der Täter daher nach und legte ihre Bankkarten in einem Umschlag in der Nähe ihres Hauses ab. Unbekannte holten die Karten ab.

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Bis in die Nachmittagsstunden des Donnerstags, 15. Oktober, verwickelten die Täter die Frau immer wieder in Telefonate und sicherten zu, dass die Bankkarten in den kommenden Tagen bei der Polizei abgeholt werden könnten, heißt es in der Mitteilung. „Nachmittags kontaktierte die 76-Jährige dann die Polizeistation in Lauterbach und wurde über den Trickbetrug aufgeklärt. Durch die Täter wurden bis dahin jedoch bereits mehrere tausend Euro von den Konten der Frau abgehoben.“

Ähnlich erging es laut der Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei einer 87-Jährigen aus der Gemeinde Herbstein. Mit derselben Geschichte wurde sie am Mittwochabend, 14. Oktober, telefonisch durch angebliche Kriminalpolizisten kontaktiert. „Auch diese Frau glaubte dem Anrufer und legte ihre Geldbörse, samt Bankkarte und PIN sowie Bargeld und Schmuck in einer Tüte vor ihrem Haus ab“, berichten die Beamten. Am Donnerstagmorgen, 15. Oktober, riefen die Täter dann erneut an. Das bekam laut Mitteilung aber die Tochter der 87-Jährigen mit und erkannte den Trickbetrug. „Auch von dem Konto der Herbsteinerin hoben die Täter in diesem Zeitraum mehrere Tausend Euro ab.“ (lea)

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