Hutzdorf lädt ein zum 5. „Lebendigen Adventskalender 2014"

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hutzdorf - Je näher der 1. Dezember rückt, desto ungeduldiger rollen beim täglichen Einkauf im Supermarkt die Augen von Groß und Klein. Kein Wunder, denn seit Wochen ist dort die Flut von süßen Adventskalendern, Nüssen und allerlei Weihnachtsgebäck unübersehbar, zumeist kurz vor den Kassen, platziert.

Die einen freut es. Sie legen sich je nach Lust und Laune das ein oder andere Objekt der Versuchung in den Einkaufswagen. Die anderen nervt es einfach jeden Herbst so ungeniert in die Weihnachtszeit überführt zu werden. Selbst in Drogerien oder in Getränkemärkte gibt es kein Entrinnen vor den vermeintlichen Verführungen. Hier wohlriechende Düfte, dort harte Schnapsfläschchen, alles im Format eines Adventskalenders verpackt.

Doch es gibt im Schlitzerland auch den etwas anderen Adventskalender, den Hutzdorfer „Lebendigen Adventskalender". Hier treffen sich in der Adventszeit seit 2008 bereits zum 5. Mal immer um 18 Uhr zahlreiche Menschen aus Hutzdorf, dem Schlitzerland und den umliegenden Ortschaften um gemeinsam für eine halbe Stunde an der frischen, abendlichen Luft innezuhalten und für eine Moment am Tage zur Ruhe zu kommen.

Während sich in den ersten Jahren die Teilnehmer des „Lebendigen Adventskalenders" an jedem Abend vor dem zuvor im Schlitzer Boten veröffentlichten Anwesen versammelten, finden in diesem Jahr, wie beim letzten Lebendigen Adventskalender 2012", die Feierlichkeiten vom 1. Dezember bis einschließlich Heilig Abend nun nur noch an den Freitagen, Samstagen und Sonntagen im Advent statt.

Dass diese zahlenmäßige Einschränkung der Feierlichkeiten nicht den Charakter des „Lebendigen Adventskalenders" verändert, darin ist sich Sven Völzke, Initiator der Veranstaltungsreihe und Mitglied des gleichnamigen Arbeitskreises, sicher. Denn nicht die Häufigkeit der Feierlichkeiten bestimmen den Inhalt, sondern die Menschen, die die Treffen gestalten und die, die an ihnen teilnehmen. Alle treffen sich hier – jedes Mal an einem anderen Ort im Dorf - um sich gemeinsam auf das Wesentliche im Advent, auf die Ankunft des Herrn, seine Geburt und damit sein Werden zum Menschen, zu besinnen. Ob Gott dabei durch 24 Tore geht oder durch 11, ist somit eine Nebensächlichkeit. Und so ist sich der gleichnamige Arbeitskreis auch in diesem Jahr sicher, dass – wie 2012 – das Motto: „Weniger ist mehr „ den Nerv aller Beteiligten trifft.

Hier ist jeder Gast willkommen. Es spielt keine Rolle, woher er kommt. Auch nicht, ob er alleine oder mit seiner Familie eintrifft. Wichtig ist nur die Tatsache, dass er kommt und mit feiern möchte. Hilfreich ist dabei zum einen, dass die Feier immer um 18 Uhr mit dem Läuten der Glocke an dem Ort beginnt, der in der jeweiligen Ausgabe des Schlitzer Boten angekündigt wird. Zum anderen verläuft jede Feier immer im schlichten Rahmen nach dem gleichen Ritual ab. So erfahren die Gäste immer nach dem Willkommensgruß, bei wem sie zu Gast sind, betrachten gemeinsam das enthüllte Fenster oder Tor des Adventskalenders und lauschen einer Adventsgeschichte oder einem Gedicht. Unterbrochen wird dieser Ablauf nur durch die von den Gastfamilien ausgesuchten Weihnachtslieder, deren Texte an den Wänden der durchsichtigen, tragbaren Kerzenhalter abzulesen sind.

So verwundert es nicht, dass viele Besucher, die schon einmal nebeneinander gestanden und gemeinsam miteinander gesungen haben, sich während der Feierlichkeiten im Advent bei anderen Gastfamilien immer wieder gerne zusammenfinden. Das wiederum soll nicht heißen, dass die abendlichen Feierlichkeiten nur in einem kleinen, erlesenen Kreis stattfinden. Die Teilnehmerzahl schwankte in der Vergangenheit je nach Lage des Wetters zwischen 50 und 250 Personen.

Wichtig ist dem Arbeitskreis „Lebendiger Adventskalender" lediglich, dass die Menschen kommen, die auch eine Portion Zeit und Lust mitbringen. Dies wiederum bedeutet, dass es keine Teilnahmepflicht gibt. Wer also lieber einmal nach der Arbeit zum Shoppen nach Fulda fahren oder zum Kegeln gehen möchte, der soll das mit gutem Gewissen tun. Der „Lebendige Adventskalender" möchte ein Angebot sein und keine Verpflichtung.

Eine Kleinigkeit sollte jedoch beachtet werden: Jeder Teilnehmer nimmt auf eigener Gefahr an den Feierlichkeiten teil. Daran ändert auch der Schlusssegen der abendlichen Versammlung nichts. Er lautet „Gott kommt in die Welt zu Groß und Klein. Die Nacht wird erhellt. Wir sind nicht allein!"

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