Was machen die Bienen im Winter? Foto: privat

Imkerverein informiert über Verhalten von Bienen im Winter

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SCHLITZ - Oft werden die Imker gefragt was die Bienen im Winter machen. Viele glauben sie halten einen Winterschlaf. Lassen wir sie, liebe Leser, wieder einmal einen Blick in das faszinierende Leben eines Bienenvolkes werfen.

War die Entwicklung des Bienenvolkes vom Frühling her auf Wachstum gerichtet, so geht die Kurve der Volksstärke ab der Sonnenwende ständig zurück. Von etwa Mitte Juli bis Anfang August entnehmen die Imker zum letzten Mal den Honig, den die Bienen während des Sommers eingetragen haben. Es handelt sich hier um einen besonders wertvollen Honig da er fast ausschließlich von Wildblüten eingetragen wurde. Oft ist, wie im letzten Jahr, noch ein ansehnlicher Anteil von Waldhonig dabei. Da die Bienen um diese Jahreszeit draußen in der Natur kaum noch etwas finden, muss der Imker dem Bienenvolk den Vorrat für den Winter wieder ersetzen. Dies geschieht in der Form, das man in Wasser aufgelösten Haushaltszucker verfüttert. Im Laufe des Sommers bis in den Herbst hinein, findet im Bienenvolk eine Umwandlung von der kurzlebigen Sommerbiene, die nur eine Lebenszeit von etwa 6 Wochen hat, zur langlebigen Winterbiene statt. Diese Bienengeneration ist der Grundstock für das nächste Jahr. Diese Bienen fressen sich mit eingetragenem Blütenstaub, dem Pollen, ein ansehnliches Fettpolster an. Sie beteiligen sich auch nicht mehr an der Brutpflege. Ihre Uhr ist sozusagen angehalten worden.

Erst Ausgang des Winters, Ende Februar Anfang März, beginnen die Uhren wieder langsam an zu laufen. Jetzt beginnt die Königin wieder mit der Eiablage, und die sozusagen junggebliebenen Bienen können die Brutpflege übernehmen. Im April und Mai ist auch von den letzen Winterbienen Lebensuhr endgültig abgelaufen. Sie waren aber der Garant für das Überleben des Volkes.

Je nach Witterung, im Oktober, November, stellt das Bienenvolk die Bruttätigkeit ein. Oft ist es ja schon winterlich kalt. Ja nun kommt wieder die oben gestellte Frage. Was machen die Bienen im Winter ? Die Biene sagt man ist ein Sonnenvogel, sie liebt die Wärme. Je kälter es nun draußen wird, umso enger rücken sie aneinander um sich gegenseitig zu wärmen. Die Energie zur Wärmeerzeugung wird aus dem Futtervorrat bezogen, den das Bienenvolk in den Waben eingelagert hat.

Durch Muskelzittern der Flugmuskulatur hält das Bienenvolk, egal wie kalt es draußen ist, im Kern der Bienenkugel eine Temperatur von 25 bis 28 Grad .Die Wärme wird von den Bienen derart gut nach außen abgeschirmt, dass schon wenige Zentimeter neben der Kugel Minusgrade sein können.

Durch Rotation innerhalb der Bienenkugel kommen aufgewärmte Bienen nach außen und die abgekühlten Bienen nach innen. Damit ist die Frage, was macht die Biene im Winter also geklärt.

Wegen des frühlingshaften Wetters konnten die Bienen jetzt schon ihre Reinigungsflüge machen und auch schon Blütenstaub von Hasel Schneeglöckchen und Krokussen eintragen. Auf Grund dessen wird die Königin nun wieder besser gefüttert damit sie wieder mit der Eilage beginnen kann. So ist die diesjährige Winterruhe für die Bienen bald vorbei. Wir Imker hoffen nun das kein langanhaltender Kälteeinbruch bevorsteht.

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