Müll liegt vor einem Altkleidercontainer in Schlitz
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Der Altkleidercontainer wurde hier wohl mit dem Sperrmüll verwechselt.

Illegale Müllentsorgung aus Langeweile?

Mehr Müllsünder in der Corona-Krise

Für viele Leute hat die Corona-Zeit auch etwas Gutes. Endlich haben sie mal Muße, ihre Speicher und Keller zu entrümpeln. Aber wohin dann mit dem Müll? Da kommen manche offenbar auf schlechte Ideen.

Schlitz - Der Schlitzer Bauhofleiter Achim Kokel kann ein Lied davon singen. „Ich habe das Gefühl, die Leute räumen gerade auf“, sagt er. Die Endprodukte dieser Ordnungsmaßnahmen landen aber oft recht unordentlich an nicht dafür vorgesehenen Plätzen.

Leere Flaschen neben Altglascontainern

„Ich habe auch das Gefühl, dass die illegale Müllentsorgung zugenommen hat“, sagt Kokel. Damit hat der Bauhof mehr Arbeit. Wenn Menschen zum Beispiel ihre leeren Flaschen neben den Altglascontainer stellen, weil dieser voll ist, werden diese nicht von der jeweiligen Entsorgungsfirma aufgesammelt, sondern von den Mitarbeitern des Bauhofes.

Dabei haben die im Frühjahr genug zu tun: Grünanlagen und Spielplätze müssen auf Vordermann gebracht werden, und auch für Friedhöfe und Beerdigungen sind die Beschäftigten zuständig. So gibt es am Bauhof keine Kurzarbeit: In der ersten Woche, berichtet Kokel, seien Überstunden abgebaut und Resturlaub genommen worden, aber mittlerweile ist der Bauhof wieder mit allen Mann an Bord.

Abstandsregeln gelten auch am Wertstoffhof

Und auch, wenn der Bauhof in Schlitz derzeit geschlossen ist, können telefonische Termine ausgemacht werden. Wie gewohnt kann Donnerstag von 14 bis 16 Uhr Elektroschrott abgegeben werden. Wann der Bauhof wieder wie früher geöffnet haben wird, kann Kokel derzeit nicht sagen. Abstandsregeln sind einzuhalten, was ebenfalls zusätzliche Zeit koste.

Was er bisher in Schlitz wenig beobachtet hat, ihn aber trotzdem abstößt: Wenn Menschen ihre Schutzhandschuhe und -masken achtlos im Hausmüll entsorgen. Und auch das weggeworfene Taschentuch im Papierkorb kann eine Infektionsquelle sein. Deswegen werden die städtischen Papierkörbe derzeit von den Bauhofmitarbeitern nur mit Mundschutz und Einweg-Anzügen geleert.

Teurer Müll

Illegale Müllentsorgung und wird zum Teil mit empfindlichen Bußgeldern geahndet. Das achtlose Wegwerfen eines Taschentuches kostet zehn Euro, für daneben gestelltes Altglas können schon 20 Euro fällig werden und wer Möbel entsorgt, kann mit bis zu 300 Euro zur Kasse gebeten werden. Deutlich höher fallen die Bußen aus, wenn es sich um giftige Stoffe oder auch Chemikalien handelt, wie zum Beispiel Asbest.

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