Der Fassbieranstich beim Atlbierfest war für Alexander Altstadt eine Premiere. Rechts Braumeister Josef Lichter. / Foto: Walter Kreuzer

„Interessanter, intensiver und kollegialer“: Stadtrat Alexander Altstadt ist 100 Tage im Amt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fraurombach - In seinem „Romich“ ist Alexander Altstadt seit langem ein „Hans Dampf in allen Gassen“ und auch in der Schlitzer Kommunalpolitik trotz seiner erst 40 Jahre längst ein alter Hase. Seit dem 12. April ist er als Erster Stadtrat der offizielle Stellvertreter von Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU). Er ist also seit 100 Tagen im Amt.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

Nach der Kommunalwahl macht die Schlitzer CDU lange ein Geheimnis daraus, wer die Nachfolge von Norbert Schäfer als Erster Stadtrat antreten soll. Dann sickert der Name doch durch: Alexander Altstadt wird das Amt übernehmen – und steht folglich nach etwa 15 Jahren nicht mehr als Ortsvorsteher in seinem Heimatdorf Fraurombach zur Verfügung.

Was im Dorf auch seine Kollegen im Ortsbeirat überrascht, sieht mit etwas Abstand betrachtet wie der logische nächste Schritt in einer kommunalpolitischen Karriere aus. Diese beginnt vor fast zwei Jahrzehnten. Als junger Mann schon ist die Feuerwehr sein Hobby, schon als 20-Jähriger wird er Vorstandsmitglied und drei Jahre später Vorsitzender.

Anfragen von CDU, SPD und Grünen

Auch im Ortsbeirat und in den anderen Vereinen – Schützenverein, Gemischter Chor und Taubenverein – ist er Mitglied, passiv bleibt er aber nirgends. An seinen Einstieg in die Stadtpolitik erinnert er sich so: „1998 haben wir ein neues Feuerwehrauto bekommen. Nach der Feierstunde anlässlich der Übergabe, als es in Richtung Listenaufstellung für die nächste Wahl ging, haben mich CDU, SPD und die Grünen gefragt, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte.“

Er habe sich alle angehört und sich für die Union entschieden. Sein Grund: „Sie kam mir vernünftiger, bodenständiger vor. Es sind Leute, die mit den Beinen fest auf dem Boden stehen.“ Die weitere Entwicklung ist bekannt. Altstadt wird Stadtverbandsvorsitzender, wechselt dann in das Amt des Fraktionschefs und führt schließlich die CDU als Spitzenkandidat in die Kommunalwahl 2016.

Für ihn ist es „ein schönes Hobby, weil man direkt mit den Menschen zu tun hat. Als Ortsvorsteher hat sich die Kombination angeboten, weil man mehr mitbekommt. Mir ist es wichtig, nicht nur zu schimpfen, sondern mich einzubringen und mitzugestalten. Egal in welcher Koalition – ob mit der UBL, mit der UBL und der FDP oder nur der FDP – war es immer eine angenehme Arbeit, wobei die Sache im Vordergrund stand.“

Kritik an profiliersüchtigen Politikern

Ihm gehe es um sachorientierte Arbeit, sagt er, um dann die SPD zu kritisieren, ohne deren Namen ausdrücklich in den Mund zu nehmen: „Ich finde es schade, dass einzelne Personen nicht das Gemeinsame suchen, sondern sich profilieren wollen und versuchen, die Parteien gegeneinander aufzuhetzen. Die Oppositionsrolle hat in einer so kleinen Stadt nichts zu suchen.“

Seine Fraktion dagegen habe „immer alle guten, sachlichen Anträge mitgetragen und im Haushalt umgesetzt, egal von wem sie kamen. Andere – die SPD – lehnen den Haushaltsplan dagegen immer ab.“ Seit April kann Alexander Altstadt das Treiben im Stadtparlament gelassen von der Magistratsbank aus verfolgen. In diesem Gremium herrschen andere Gepflogenheiten – vielleicht auch, weil ausschließlich hinter verschlossenen Türen getagt wird.

„Im Magistrat gibt es ein kollegiales, sachliches Miteinander. Die Tätigkeit ist noch interessanter, weil man intensiver mit den Themen befasst ist und einen engeren Kontakt zu den Menschen hat“, schildert er Unterschiede. Wie schon als Ortsvorsteher werde er auch in der neuen Funktion „angesprochen, wenn es nicht läuft“.

Potentieller Nachfolger von Schäfer als Bürgermeister?

Fast wöchentliche Sitzungen von Magistrat, Ausschüssen und Stadtverordnetenversammlung, Jubiläen und Feste erfordern einen größeren Zeitaufwand. Bei ihm als Erster Stadtrat kommt hinzu, dass er den Bürgermeister regelmäßig vertreten muss – auch im Rathaus: „Dort bin ich sehr angenehm aufgenommen worden und man hat mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden, als ich neulich Hans-Jürgen Schäfer zwei Wochen vertreten habe.“

Schäfer wird in knapp drei Jahren in Ruhestand gehen. Dient das aktuelle Amt Altstadt vielleicht auch als Sprungbrett auf den Chefposten im Rathaus? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich habe einen tollen Job mit sehr guten Perspektiven bei einem guten Arbeitgeber. Und er macht mir Spaß – das ist die Hauptsache. Auch in der Partei war die Bürgermeisterwahl noch kein Thema. Wir haben einige gute Leute und werden uns zu gegebener Zeit Gedanken machen“, fällt die Antwort von Alexander Altstadt diplomatisch aus. / kw

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