Schülerin Zeinab Fakih ist als Dolmetscherin sehr gefragt. Sie wird von Melanie und Marvin von den IGS-Reportern befragt. / Foto: sigi

Interview: Schülerin Zeinab Fakih hilft bei Verständigung mit Flüchtlingskindern

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Auch an der IGS werden mittlerweile einige Kinder unterrichtet, die als Flüchtlinge Zuflucht im Schlitzerland gefunden haben. Die IGS-Reporter nahmen dies zum Anlass, um ihre Mitschülerin Zeinab Fakih aus der Klasse 10.2 zu interviewen, die seitdem als Dolmetscherin in der Schule schwer gefragt ist.

Neben dem Erlernen der deutschen Sprache in eigens dafür eingerichteten Kursen besuchen Kinder aus Flüchtlingsfamilien auch den normalen Unterricht in ihren zugeordneten Klassen, um eine möglichst schnelle Integration und Einbindung in die Klassengemeinschaft zu erreichen. Größtes Problem ist natürlich die Sprachbarriere, doch glücklicherweise beherrschen einige Schüler unserer Schule neben der deutschen auch die arabische Sprache – sie sind nun ganz besonders bei der Eingewöhnung unserer neuen Mitschüler gefordert. Eine von ihnen ist Zeinab Fakih, die die Klasse 10.2 besucht, in der auch zwei syrische Jugendliche unterrichtet werden. Sie fungiert für diese beiden als Dolmetscherin. Grund genug für Melanie und Marvin von den IGS -Reportern, sie zu diesem Thema zu befragen. Was hat sich für dich verändert, seit du im Unterricht zwischen Lehrern und Flüchtlingen vermitteln musst? Seit ich als Dolmetscherin fungiere, mache ich im Unterricht mehr mit. Durch die Unterhaltungen mit den Flüchtlingen lerne ich außerdem neue Wörter dazu. Wie fühlt es sich an, als Dolmetscherin zu fungieren? Es macht mich glücklich, anderen Menschen durch meine Übersetzertätigkeit helfen zu können. Es macht mir sehr viel Spaß, meine Muttersprache im Alltag einsetzen zu können. Aus welchem Land kam deine Familie ursprünglich nach Deutschland? Mein Vater kam mit 13 Jahren aus dem Libanon nach Deutschland. Meine Mutter ist gebürtige Deutsche mit libanesischen Wurzeln. Meine drei Geschwister und ich wurden, genau wie meine Mutter, in Deutschland geboren. Wie ist es für dich, dass zur Zeit viele Menschen aus deinem Kulturkreis nach Deutschland kommen? Es ist schön, Menschen zu haben, mit denen man sich über seine Kultur austauschen kann; meine Familie und ich werden beispielsweise häufiger eingeladen. Welche Sprache sprichst du zu Hause mit deiner Familie? Während ich mit meiner Mutter und meinen Geschwistern auf deutsch und arabisch spreche, spreche ich mit meinem Vater ausschließlich auf arabisch. Wie sieht denn für dich ein ganz normaler Tagesablauf aus? Wenn ich nach Hause komme, esse ich, mache Hausaufgaben, helfe im Haushalt und gehe seit neustem abends zur Fahrschule. Hast du auch außerhalb der Schule Kontakt zu Flüchtlingen? Ja, wir haben zwei nette Familien aus Syrien kennengelernt, die seit zwei Jahren in Fulda am Aschenberg wohnen. Sie laden uns gelegentlich zum Essen ein. Wie ist es für dich, im Alltag zwischen Leuten ohne Kopftuch und mit anderer Religion zu leben? Da ich in Deutschland geboren wurde, war es für mich nichts besonderes. Ich habe mich daran gewöhnt und zudem gibt es auch in meinem Heimatland Mädchen, die kein Kopftuch tragen. Es bleibt jeder Frau selbst überlassen, ob sie mit oder ohne Kopftuch leben möchte. Strengt es dich an, im Alltag zwischen zwei Sprachen zu wechseln? Nein, für mich ist es ein tolles Gefühl zwei Sprachen zu beherrschen und sie gelegentlich zu vermischen. Was hältst du von der Aufnahme von Flüchtlingen nach Deutschland? Menschen, die vor Krieg flüchten oder in ihrem Heimatland verfolgt werden, dürfen meiner Meinung nach gerne nach Deutschland kommen. Auch Menschen, die vor schlechten Lebensbedingungen fliehen, dürfen meiner Ansicht nach ebenfalls zu uns kommen, weil ich finde, dass alle Menschen auf der Welt die Chance auf ein besseres Leben haben sollten.

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