Jagdverband erstattet Anzeige wegen vorgetäuschter Waschbären-Tötung

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Lauterbach/Berlin - Der Deutsche Jagdverband hat Strafanzeige gegen zwei Tierschützer wegen des angeblichen Vortäuschens einer Straftat erstattet. Die Staatsanwaltschaft Gießen bestätigte den Eingang der Anzeige und will den Vorwurf prüfen, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte.

Der Verband wirft einem Mann aus Marburg und einem aus Herbstein vor, die Tötung zweier Waschbären im April in einem privaten Schlosspark bei Lauterbach vorgetäuscht zu haben. Lesen Sie dazu hier mehr: Straftat gegen das Tierschutzgesetz: Unbekannte töten Waschbären auf bestialische Art.

Die beiden sollen Polizei und Öffentlichkeit in die Irre geführt haben. Der Jagdverband entdeckte nach eigenen Angaben Ungereimtheiten und eklatante Widersprüche bei der Schilderung des Vorfalls. Nach der Untersuchung eines Waschbären-Kadavers im Landeslabor in Gießen kommt der Verband zu dem Schluss, dass das Tier nicht nach dem Fangen erschlagen wurde.

Es sei keine Schädelfraktur entdeckt worden, vielmehr sei der tödliche Staupe-Virus nachgewiesen worden. Der zweite Kadaver konnte damals nicht sichergestellt werden. Der Verband wirft den Tierschützern vor, Stimmung gegen Jäger machen zu wollen.

Derzeit wird der Entwurf der neuen hessischen Jagdverordnung etwa mit Vorschriften zur Fangjagd diskutiert. Eine ausführliche Hintergrundberichterstattung finden Sie am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung sowie im E-Paper.

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