Rauchmelder gibt es in verschiedenen Herstellungsvariationen und Preisklassen . Foto: privat

Bis Jahresende Rauchmelder in Wohnungen Pflicht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Lauterbach/Schlitz - In Hessen besteht seit dem 24. Juni 2005 die Einbaupflicht von Rauchmeldern für Neu- und Umbauten. Bis Ende des Jahres, sprich 31. Dezember 2014, müssen sie nun auch in bestehende Wohnungen nachgerüstet werden.

Angebracht wären hier die Schlafräume, Kinderzimmer, Flure über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen.

Verantwortlich für den Einbau ist zum Einen der Eigentümer selber, für die Betriebsbereitschaft der unmittelbarer Nutzer (Bewohner /Mieter) der Wohnung, es sei denn der Eigentümer übernimmt die Wartung.

Gesetzgebung in Deutschland

Im sonst so sicherheitsbewussten Deutschland waren Rauchmelder bis vor wenigen Jahren noch wenig bekannt und gesetzlich nicht vorgeschrieben. Im Laufe der Jahre hat sich das Bewusstsein und damit auch der politische Entscheider dahingehend geändert, Rauchmelder als wirkungsvolle Lebensretter wahrzunehmen.

Brandtote sind Rauchtote

Jeden Monat verunglücken rund 40 Menschen täglich durch Brände, die meisten davon in den eigenen vier Wänden. Die Mehrheit stirbt an einer Rauchvergiftung. Zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht. Die jährlichen Folgen in Deutschland: Über 400 Brandtote, 5 000 Brandverletzte mit Langzeitschäden und über eine Mrd. Brandschäden im privaten Bereich. Ursache über die 200.000 Brände im Jahr ist aber im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit: Sehr oft lösen technische Defekte Brände aus, die ohne vorsorgende Maßnahmen, wie Rauchmelder, zur Katastrophe führen können. Vor allem nachts werden Brände, wenn alle schlafen, in Privathaushalten zur tödlichen Gefahr. Denn im Schlaf riecht der Mensch nichts. Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein. Die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken. Da bereits das Einatmen einer Lungenfüllung mit Brandrauch tödlich sein kann, ist ein Rauchmelder der beste Lebensretter in ihrer Wohnung. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt sie auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt ihnen den nötigen Vorsprung, sich und ihre Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren. Zigarettenrauch löst übrigens bei qualitativ hochwertigen Rauchmeldern keinen Alarm aus, solange die Zigarette nicht direkt unter den Rauchmelder gehalten wird. Woraus sich der Brandrauch zusammensetzt, hängt ganz davon ab, was brennt. Bei der Verbrennung anorganischer Stoffe entstehen vergleichsweise harmlose Gase. Bei einem Wohnungsbrand verbrennen hingegen hauptsächlich organische, also kohlestoffhaltige Stoffe aus denen viele gefährliche Gase und Rauchbestandteile entstehen: u. a. Ruß (ist kein Gas), Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff, Stickoxide, Schwefeloxide, Dioxine.

Gefährliche Irrtümer

Genauso weit verbreitet wie die Vielzahl an Brandursachen sind die Unwissenheit und die Sorglosigkeit mit der die meisten Personen eine Brandgefahr für sich ausschließen: "Wenn es brennt, habe ich mehr als 10 Minuten Zeit, die Wohnung zu verlassen" Irrtum – sie haben durchschnittlich nur 4 Minuten zur Flucht. "Die Hitze wird mich früh genug wecken" Der größte anzutreffende Irrtum: Denn weit gefährlicher als Flammen und die Hitze ist der Brandrauch. Schon nach wenigen Minuten erreichen die bei Bränden freigesetzten Gase lebensbedrohliche Konzentrationen, die nach kürzester Zeit zum Erstickungstod führen. "Meine Nachbarn oder mein Haustier werden mich rechtzeitig alarmieren" Eine gefährliche Fehleinschätzung, wenn man nur 4 Minuten Zeit hat. Besonders nachts wenn der Nachbar schläft und das Haustier im Nebenzimmer ist. "Wer aufpasst, ist vor Brandgefahr sicher" Stimmt nicht! Elektrische Defekte sind häufige Brandursachen.

Auch Brandstiftungen im Keller oder Hausflur sowie ein Brand in der Nachbarwohnung gefährden sie ganz unverschuldet. "Steinhäuser brennen nicht" Das brauchen sie auch nicht! Schon ihre Gardinen, die Tapete, oder ca. 100g Schaumstoff, bzw. in der Couch, sind ausreichend, um eine tödliche Rauchvergiftung zu erzeugen.

Nicht abgeschaltete oder defekte elektrische Geräte und überlastete Leitungen sind weitere Gefahrenquellen. "Rauchmelder sind zu teuer" Ein Rauchmelder ist das beste Mittel zum vorbeugenden Brandschutz im eigenen Haushalt. Täglich sterben in Deutschland zwei Menschen bei Bränden. Wie viel ist ihnen ihr Leben wert?

Rauchmelder können keine Brände verhüten – Sie können sie nur frühzeitig erkennen und verhüten!

Hinweise zum Kauf: Kaufen sie nur Rauchmelder, die mit CE-Zeichen incl. Prüfnummer und der Angabe "EN 14604" versehen sind. Trotzdem beachten: Dieses CE-Zeichen trifft keine qualitative Aussage, sondern besagt nur, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf. Wichtige Qualitätsmerkmale sind zudem: Schutz gegen Eindringen von Schmutz und Insekten, Lithium – Batterien mit einer Haltbarkeit von bis zu 10 Jahren, Garantie mit 100 Prozent Rückverfolgbarkeit der Produkte zum Hersteller, und oftmals zusätzliche Schnittstellen z. B. für Funksender. Zum Kauf wenden sie sich an den Elektrofachmarkt/Fachhändler ihres Vertrauens. Sind sie sich aber immer noch unsicher - betreffs welches Produkt, wie viele und in welchen Raum die Anbringung am sinnvollsten ist, dann steht ihnen auch ihre Feuerwehr vor Ort gerne mit Rat zur Seite.

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