Junge Opernsänger zeigen in der Schlitzer Hallenburg ihr Können

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Ein Blumenstrauß bekannter Opernarien und das Finale aus "Figaros Hochzeit" bildeten die Bühne für ein außergewöhnlich inspirierendes Konzert junger Stimmen. Der Konzertsaal der Landesmusikakademie in Schlitz wurde zur lebendigen Bühne

Man nennt es "Workshop", das erweckt aber eher einen harmlosen Eindruck. In Wahrheit handelt es sich um eine Woche angestrengter Arbeit, zu der sich – diesmal zum vierten Mal – Studierende der Hochschule für Musik und Tanz, Köln und der Weimarer Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Schlitz versammeln, um sich unter Anleitung renommierter Fachleute in ihrem jeweiligen Fach zu perfektionieren. Die Sänger kommen aus Köln, die Klavier-Begleiterinnenstammen aus Weimar.

Professor Mario Hoff trainiert den Gesang, Prof. Hans-Christian Steinhöfel die Korrepetition und Frau Kerstin Maria Pöhler die Darstellung.

An die Klavierbegleiter werden hohe Anforderungen gestellt, sollen sie doch ein Orchester ersetzen, aber so, dass die jungen Stimmen sich wie in einem richtigen Opernhaus fühlen.

Drei junge Damen haben sich mit Bravour dieser schwierigen Aufgabe gestellt: Jin-Young Lee, Eleni Anastasiadou und Lea Song, wobei die erste besonders brillante Leistungen zeigte.

Die Sänger und Sängerinnen der Kölner Master Class bereiten sich in solchen Übungswochen für das Vorsingen in Opernhäusern vor, in denen sie ein Engagement zu erhalten hoffen. Dabei geht es nicht nur um Gesang, sondern auch darum, die jeweilige Rolle überzeugend zu verkörpern.

Das Programm umfasste überwiegend bekannte Arien aus Opern von Mozart, Gounod, Lortzing, Tschaikowsky, Richard Strauß, aber auch von Menotti und gab vom Bass bis zum Sopran jedem Künstler die Gelegenheit Stimm- und Ausdrucksbeherrschung sowie darstellerische Personengestaltung zu zeigen.

Männlich-kräftig mit erobernder Geste Benjamin Heinen, gekonnt in der Beherrschung der dynamischen Bandbreite Sebastian Seitz, saubere und geschmeidige Tongebung bei Shen Shen, eindringliche Gefühlsgestaltung und gutes Legato bei Tae-Jun Sun, überzeugende Rollenbeherrschung mit (auch) gekonntem Sprechgesang bei Robert Reichinek... Man könnte für jeden der Sänger und Sängerinnen Lobendes hervorheben.

Den Höhepunkt bildete aber ohne Zweifel die rundum intelligente und perfekt gestaltete Arie der Leatitia aus Menottis "The Old Maid and the Thief". Sprachlich perfekt, großartig in der Stimmvariabilität und rasant in der schauspielerischen Präsenz, so präsentierte sich Annabelle Heinen, der wir schon in den vorigen Jahren außergewöhnliche Leistungen bescheinigen konnten.

Im Finale von "Figaros Hochzeit" vereinten sich alle Stimmen und bezogen den Konzertsaal in das dramatische Geschehen mit ein. So hautnah hat vermutlich keiner der Opernfreunde bisher diese herrliche, vor Lebensfreude sprühende Musik von Mozart erlebt.

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