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29 Junghandwerker in Lauterbach freigesprochen

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Lauterbach - Mit den Worten „Meister ist, wer was ersann, Geselle ist, der etwas kann, und Lehrling ist Jedermann" sprach Kreishandwerksmeister Edwin Giese in einer Feierstunde im Lehrbauhhof 29 Junghandwerker nach alter Tradition frei und überreichte die Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse. Giese stellte fest: „Die Freisprechung ist eine gewisse Art von Freiheit, heißt aber auch, Verantwortung zu übernehmen."

Der Gesellenbrief sei kein Rentenbescheid, sondern bedeute, sich weiterzubilden sowie sich auch politisch und gesellschaftlich zu engagieren.

An die Junghandwerker gerichtet stellte Innungs-Obermeister Dieter Schaub im Namen der Innung des Bauhandwerks und der Zimmererinnung des Vogelsbergkreises fest, dass sie mit der bestandenenPrüfung den ersten Schritt im Berufsleben erfolgreich abgeschlossen hätten und mahnte die unbedingt notwendige Weiterqualifizierung an. Schaub dankte allen, die an der Ausbildung der jungenLeute beteiligt waren und hob besonders die Arbeit am Lehrbauhof mit Werner Wahl an der Spitze hervor. Für die Weiterbildung empfahl Schaub denLehrbauhof mit jährlich 50 Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Er warb auch bei den Betrieben für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen, um die jungen Leute in der Region zu halten.

Dr. Christoph Gelking, Geschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, meinte: „Sorgen macht uns imHandwerk nicht die Konjunktur, sondern die Ausbildungsssituation, insbesondere der Rückgang der Bewerberzahlen." Er sieht einen Grund dafür in der verstärkten Konkurrenz um die „klugen Köpfe" mit dem Dienstleistungssektor, demHandel, der Industrie, der Verwaltung und auch den Universitäten. Dies ist seiner Meinung nach eine Fehlentwicklung, die etwas mit dem Image des Handwerks, aber auch mit einer mangelnden Berufsorientierung der Jugendlichen und den Eltern zu tun habe. Wenn schon mehr als die Hälfte eines Jahrgangs das Abitur anstrebe, dann müssten nicht alle Abiturienten auch ein Studium aufnehmen. „Ein Viertel der Studienanfänger bricht aus unterschiedlichen Gründen ihr Studium wieder ab. Für die Volkswirtschaft ist dies eine Fehlentwicklung, wenn mehr junge Leute eines Jahrgang ein Studium beginnen als eine Ausbildung. Jeder Geselle kannMeister werden und in Hessen kann jeder Meister studieren." Wegen des großen Fachkräftebedarfs hätten die Junggesellen zudem große Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl gratulierte im Namen der Kreisgremien und von Landrat Manfred Görig zu bestandenen Prüfung. Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller überbrachte auch im Namen des Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule die Glückwünsche zur bestandenen Prüfung. Studiendirektor Ewald Enken gratulierte im Namen der Vogelsbergschule zum Prüfungserfolg und stellte fest, dass vier Junggesellen die Hochschulreife erworben haben. Die musikalische Umrahmung besorgten in gekonnter Manier die Lauterbacher Strumpfmusik unter der Leitung von Horst Pühra.

Als Prüfungsbeste wurden durch die Innung des Bauhandwerks der Maurer Ludwig Enger (Stockhausen), Ausbildungsbetrieb August Gluck in Herbstein, durch Dieter Schaub ausgezeichnet, ebenso der Zimmermann Valentin Doll (Schotten-Busenborn), Ausbildungsbetrieb Zimmerei LKI GmbH in Busenborn, durch den Obermeister der Zimmerinnung des Vogelsbergkreises, Walter Maiß. / Hahner

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