Die Projektbeteiligten für die Vernissage sind zufrieden mit dem Ergebnis (von links): Irmgard Raasch, Marika Heiß (beide Eichhof), Annemarie Günkel (Grebenhain), Heike Richter, Yvonne Jacob-Dux, Luzie Jung (alle Eichhof), Carmen Hansel (Engelrod), Jaqueline Rehse (Schlitz), Andrea Grube (Wascherde Lauterbach), Sonja Seeger (Eichhof), Renate Schmelz (Herbstein) und Rose-Marie Roux (Eichhof). Es fehlt Birgitt Helfrich (AvH Lauterbach). / Foto: privat

Kinder und Jugendliche malen 346 Bilder für Patienten

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Lauterbach - Es wird eine gigantische Vernissage, wenn am Samstag, 10. Mai, 14 Uhr, im Eingangsbereich des Medizinischen Zentrums Eichhof in Lauterbach 240 Bilderrahmen auf unterschiedlichen Etagen aufgehängt sind und die 240 Künstler im Alter von 6 bis 16 Jahren sich im Foyer tummeln. Sie werden sicherlich auch Rede und Antwort stehen zu ihren Werken – ganz wie in einer richtigen Galerie.

Nach der Ausstellung werden die Bilder ihren eigentlichen Platz finden. In den Patientenzimmern der Stationen, im Gebäude der Psychiatrie am Krankenhaus Eichhof und falls noch Bilder zur Verfügung stehen, auch in den Ambulanzen.

Das schulübergreifende Projekt, an dem die Schule An der Wascherde und das Alexander-von-Humboldt Gymnasium aus Lauterbach, die Oberwaldschule Grebenhain, die Lautertalschule Engelrod, die Dieffenbachschule in Schlitz und die Freiherr-vom-Stein-Schule in Herbstein beteiligt sind, ist bislang das größte malerische Vorhaben im Rahmen von Kultur im Krankenhaus (KiK) am Eichhof.

"Entstanden ist die Idee, unser Krankenhaus mit Bildern von Kindern und Jugendlichen zu verschönern, im Rahmen des Gesundheitstages im Herbst 2011", sagt Rose-Marie Roux, Qualitätsmanagement-Beauftragte am Eichhof und engagiertes Mitglied bei KiK. "Mit den damals gemalten Bildern wurden zunächst die Flure bestückt. Im Jahr darauf folgte die Aktion "Live-Painting", bei dem Patienten, Besucher und Personal live dabei sein konnten, als große und kleine Künstler gemeinsam ein neues Kunstwerk entstehen ließen. Dieses hat seinen Platz im Erdgeschoss des Krankenhauses im Übergang zum Funktionstrakt gefunden", erläutert Rose-Marie Roux die Historie der Kooperationen mit den Vogelsberger Schulen.

"Für uns war es nur logisch, dass auch die Patienten sich während ihres Aufenthalts bei uns an schönen Bildern erfreuen sollten, und so nahmen wir mit den Schulen Kontakt auf", erinnert sich Pflegedienstleitung Irmgard Raasch und fügt hinzu: "Wir wollten die Schulen aus der Region für dieses Projekt begeistern und das Ergebnis – so viel kann ich schon verraten – kann sich wirklich sehen lassen."

"Wir haben das Angebot an die Schüler gerichtet und Vorschläge gemacht – zum Beispiel landschaftlich markante Punkte oder regionale Aushängeschilder aus dem Vogelsberg wiederzugeben. Das haben die Schüler gerne aufgegriffen", sagt Annemarie Günkel von der Oberwaldschule in Grebenhain. Die Schüler der Schule an der Wascherde Lauterbach wiederum haben als Besonderheit kleine Botschaften an die Patienten in ihren Bildern untergebracht, berichtet Lehrerin Andrea Grube.

"Eine andere Idee stammte von einer 5. Klasse, die Fotos in Lauterbach gemacht und zu einer Fotocollage zusammengefügt haben. Dazu wurden kleine Verse formuliert", sagt Grube. An der Dieffenbachschule in Schlitz hat man sich vor allem den Jahreszeiten gewidmet. "Wir haben es allen Kindern freigestellt, sich zu beteiligen, schließlich werden sie ja ihre Bilder nicht mehr zurückbekommen.

Und sehr viele haben mitgemacht", freut sich Jaqueline Rehse über die große Resonanz bei ihren Schülern. In Herbstein entwickelten die Amateur-Künstler ein Potpourri an Themen. Von Zirkus über Märchen bis hin zur Landwirtschaft reichte das bunte Repertoire, das die Kinder mit den Lehrerinnen Renate Schmelz und Projektleiterin Ute Bäuerle entwickelt haben.

Auch Carmen Hansel von der Lautertalschule Engelrod kann mit unzähligen Bildern der Erst- bis Viertklässler aufwarten.

Sie hob hervor, dass "dieses Mal der Informationsfluss einfach toll war. Wir haben vom Krankenhaus viele Informationen erhalten, welche Stationen es gibt, welche Farbgestaltung in den jeweiligen Zimmern vorherrscht und wie viele Bilder aufgehängt werden können. Und auch die Kommunikation zwischen den Schulen war beispielhaft."

Am Humboldtgymnasium hätten sich alle Jahrgänge bis hin zur Oberstufe beteiligt, berichtet Schulleiterin Gitta Holloch. Projektleiterin Birgitt Helfrich habe das Thema im Kunstunterricht angesiedelt, manche Werke seien aber auch als Hausarbeit entstanden, so die Rektorin.

"Wir haben gerne mitgearbeitet, schließlich ist es für uns auch ein soziales Engagement. Den Schülern wird dadurch bewusst, dass es nicht allen Menschen gut geht und man Unterstützung auch in kleinen Gesten ausdrücken kann."

"Wir haben uns sehr gewünscht, dass dieses Kunstprojekt die Kinder motiviert, sich unbeschwert mit dem Thema Krankenhaus auseinander zu setzen. Ich glaube, das ist uns gelungen. Und die Vernissage wird dann der Höhepunkt sein", zeigt sich Initiatorin Rose-Marie Roux zuversichtlich und ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Wer nach dem 10. Mai die Bilder sehen möchte, der muss Patient bei uns werden." / rsb

Das könnte Sie auch interessieren