Der Klärteich in Wartenberg.
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Diskussion ums Abwasser: Wartenberg soll an Lauterbach angeschlossen werden. (Archivbild)

Dahlmann zur Kläranlage

Anschluss an Lauterbach - Wartenberg hat „lange gerungen“

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Die Kläranlage in Angersbach wird an die Anlage in Lauterbach angeschlossen. Zum derzeitigen Sachstand informierte Wartenbergs Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann (SPD) bei der jüngsten Bürgerversammlung im Wartenberg Oval.

Wartenberg - Bürgermeister Dahlmann bezeichnete den Anschluss als „eines der größten Investitionsprojekte der Gemeinde in den vergangenen Jahren“, welches „uns auch in den kommenden Jahren noch bewegen wird“.

Hintergrund ist, dass die Betriebserlaubnis für die heutige Kläranlage in Angersbach Ende des Jahres ausläuft, was ein neues Konzept zur Abwasserklärung erfordert. „Für uns stand von Anfang an fest, dass wir eine wirtschaftliche und kostengünstige Variante wollen“, unterstrich Dahlmann. „Zu bedenken ist, dass die Betreuung einer umgebauten Kläranlage auch personell gewährleistet werden muss. Dazu kommt, dass im Bauhof, der hier ebenfalls involviert ist, personelle Nachbesetzungen aufgrund eines Generationenwechsels anstehen.“

Kläranlage: Gemeinde Wartenberg hat verschiedene Varianten geprüft

Die Gemeinde habe vor diesem Hintergrund verschiedene Varianten durch ein Ingenieurbüro prüfen lassen. Darunter verschiedene Umbauvarianten der bestehenden Kläranlagen und den Anschluss an bestehende Anlagen in Lauterbach und Bad Salzschlirf. Eine Studie aus dem Jahr 2017 errechnete den Anschluss an die Anlage in Lauterbach als die kostengünstigste Variante mit rund 1,6 Millionen Euro. „Aller Voraussicht nach werden sich die damals errechneten Kosten – etwa wegen der allgemeinen Baukostensteigerung – noch ändern“, so Dahlmann. Außerdem kämen bei jeder Variante noch Kosten für ein benötigtes Regenrückhaltebecken hinzu.

Warum aber Lauterbach, statt einer Kläranlage direkt vor Ort? „Die gesetzlichen Anforderungen verschärfen sich immer weiter, sodass davon auszugehen ist, dass wir unsere Anlage die nächsten Jahrzehnte so nicht weiterbetreiben können.“

Die Vorteile einer Zusammenarbeit: Der Betrieb von nur einer Anlage würde die Wirtschaftlichkeit der Anlage steigern, es kämen keine weiteren Betriebskosten auf die Gemeinde Wartenberg zu, außerdem profitiere man von einer deutlich verbesserten Reinigungsleistung.

Bürgermeister Dahlmann: „Wir haben mit Lauterbach lange gerungen“

Die Gemeinde würde der Stadt Lauterbach lediglich einen Anschlussbeitrag in Höhe von 750 000 Euro entrichten. Zusammen mit den Kosten für das Regenrückhaltebecken liege man bei rund drei Millionen Euro Gesamtinvestitionskosten. Pro Jahr zahle Wartenberg 120 000 Euro an Lauterbach für die Abwasserreinigung. „Ich rechne damit, dass wir in den ersten Jahren spitz abrechnen und dann schauen, wie wir damit hinkommen.“ Dahlmann resümiert: „Wir haben mit Lauterbach lange gerungen und ich denke, dieses Ergebnis kann sich sehen lassen.“

Die Laufzeit des Vertrages, der bereits im vergangenen Jahr unterzeichnet wurde, beträgt 25 Jahre. „Wir haben jetzt erst mal 25 Jahre lang Gewissheit und Sicherheit. Ich gehe aber davon aus, dass wir über diese Zeitspanne hinaus Abwasser nach Lauterbach pumpen werden“, schätzt Dahlmann.

Als nächstes werden Förderanträge gestellt und Baugutachten erstellt. Für die konkrete Finanzierung des Projekts existiert zwar noch kein Modell, Dahlmann favorisiert bisher aber ein einfaches: Die Finanzierung über die Abwassergebühren. „Das muss aber noch in den Gremien geklärt werden.

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