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CDU die klar stärkste Fraktion: Kommunalwahl im Vogelsbergkreis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Die Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern (FW) im Vogelsbergkreis hat ihre Mehrheit verloren. Nun hat die CDU, die klar stärkste Fraktion wurde, mehrere Optionen für eine neue Kreisregierung.

„Unverhofft kommt oft“, meint ein zufrieden wirkender Dr. Jens Mischak. Für den Vorsitzenden der Kreis-CDU kommt die „Abwahl der Koalition nicht überraschend. Dass aber die SPD zwei Sitze verloren hat, schon. Das liegt an unseren starken Ergebnissen von Alsfeld und Romrod. Ich hatte mit stärkeren Verlusten der Grünen gerechnet.“ Tatsächlich verloren die Sozialdemokraten 2,5 Punkte auf 31,8 Prozent, während die Grünen ein Minus von 5,1 Punkten auf 7,7 Prozent zu verkraften haben. Einziger Koalitionspartner mit Gewinnen sind die Freien Wähler, die sich auf 10,6 Prozent (plus 0,9 Punkte) steigerten und sechs Sitze behalten.

Mit 0,4 Punkten fällt der Gewinn der CDU marginal aus. Mischak freut sich aber: „Wir sind hessenweit der einzige Landkreis mit einem CDU-Plus – und das trotz der AfD.“ Die Rechtspopulisten hätten „mit ihren vier Mandaten viel zu viel bekommen“ (5,8 Prozent). Mit ihnen will er ebenso wenig über eine Zusammenarbeit reden, wie mit den Linken, die mit 4 Prozent zwei Abgeordnete stellt. Komplettiert wird der neue Kreistag von der FDP mit drei Sitzen (4,6 Prozent).

Vogelsberger GroKo?

Wenngleich sich der CDU-Chef mit Aussagen zurückhält, könnte sich im Vogelsberg eine große Koalition anbahnen. Eine Neuauflage der Bürgerlichen Koalition aus CDU, FW und FDP, die bis 2011 die Mehrheit hatte, wäre ebenso möglich. Unwahrscheinlich ist ein Bündnis mit den Grünen, die mit Peter Zielinski den Vizelandrat stellen, den die Union gerne abwählen möchte.

Im Schlitzerland verfehlte die seitherige Kreiskoalition die Mehrheit noch deutlicher als insgesamt. So kamen die Freien Wähler zwar in Unter-Wegfurth auf 11,3 Prozent, blieben aber in den meisten Stadtteilen bei weniger als fünf Prozent hängen. Etwas besser lief es für die Grünen, deren Hochburg im Schlitzerland in Pfordt zu finden ist. Dort erreichten sie 14,2 Prozent.

Die SPD kam kaum nennenswert über die 30-Prozent-Marke. Ausreißer nach oben ist mit 46,7 Prozent ausgerechnet Sandlofs, der Heimatort von Bürgermeister und CDU-Kreistagsabgeordneter Hans-Jürgen Schäfer. Insgesamt steuerte die CDU Schlitzerland allerdings zahlreiche Stimmen zum Wahlsieg auf Kreisebene bei. Mit Hartershausen, Hemmen, Ützhausen, Willofs und Nieder-Stoll – hier wurde mit 63,3 Prozent das Rekordergebnis einer Liste in einem Schlitzer Wahlbezirk verzeichnet – gab es in fünf Dörfern sogar absolute Mehrheiten für die Union.

Was die hiesigen Kandidaten angeht, so wurden sie auf ihren Listen nach vorne kumuliert, was nicht gleichbedeutend mit dem Einzug ins Kreisparlament ist. Dort werden mit Hans-Jürgen Schäfer (CDU), Elisabeth Hillebrand und Ahmet Can (beide SPD) und Walter Althaus (FDP) die selben Kommunalpolitiker vertreten sein wie bisher. Ob Helmut Freudenreich (CDU) wieder dem Kreisausschuss angehören wird, steht noch nicht fest. / kw

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