Mitglieder des Klimafaireins Oberhessen erhalten Anweisungen von einem slowakischen Planzteam.
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Mark und Marlen Philippi erhalten allgemeine Informationen über die Aufforstung vom Revierbeamten Peter Kraus und dem Vorarbeiter Pawel des slowakischen Pflanzteams (von links).

Bäume für Oberhessen

„Klimafairein Oberhessen“ sucht neue Mitglieder

„Eine Million Bäume für Oberhessen – klingt nach einem guten Plan, oder? Was wir dafür brauchen? Zeit und Menschen. Denn für jede neue Mitgliedschaft pflanzen wir einen Baum oder schützen den Bestand“, so wirbt der Anfang Dezember des Vorjahres im Mücker Ortsteil Bernsfeld gegründete „klimafairein Oberhessen“ um neue Mitglieder.

Von Dieter Graulich

Vogelsbergkreis - Eines sei klar: Bäume bieten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, filtern das Wasser und sie reinigen unsere Luft, indem sie CO2 binden. Und sie stehen für die Natur in Oberhessen. Darum richte sich der Fokus auf sie. Zur Aufforstung nehme man Kontakt mit allen oberhessischen Kommunen auf und stimme sich mit Experten ab.

Mit Bedacht suche man geeignete Flächen für das „Eine-Million-Bäume-Projekt“, dem oberhessischen Klimaziel bis zum Jahr 2030. Dazu will der Verein gemeinsam mit Fachpersonal eine Forststrategie erarbeiten. Hierzu sei es zwingend notwendig, Pflanzerfahrung unter fachmännischer Anleitung zu sammeln. „Unser Ziel 1.000.000 Bäume in Oberhessen bis 2030 zu pflanzen ist ein heroisches Ziel, welches wir mit den Mitgliedern des Klimafaireins schaffen wollen!“

Erste Pflanzerfahrung sammelten jetzt der 2. Vorsitzende Mark Philippi und Beisitzerin Marlen Philippi (Groß-Eichen) zusammen mit dem zuständigen Revierbeamten Peter Kraus und dessen sechsköpfigen Pflanztrupp aus der Slowakei, in der Ulrichsteiner Gemarkung, oberhalb des Zeltlagers Eckmannshain. Peter Kraus ging bei dem Ortstermin zunächst auf die Aufforstungsarbeiten allgemein ein.

Marlen Philippi (3. von links) beim Pflanzen mit dem Hohlspaten.

Perfekte Ausgangslage für Borkenkäfer

So habe das Sturmtief „Sabine”, das vom 9. bis 11. Februar 2020 auch über Hessen hinweg fegte, allein im Staatswald des Forstamtes Schotten über 35.000 Festmeter Sturmholz hinterlassen. Auch die Kommunen im Bereich des Vogelsberges hatten große Schäden zu beklagen. Rund 500 Festmeter Windwurfholz fielen im Stadtwald Ulrichstein den Orkanböen zum Opfer.

Neben flächigen Schadereignissen wie im Bereich des Waldortes Eckmannshain, machen vor allem die zahlreichen Einzelwürfe den Forstleuten große Sorgen, da diese oft Ausgangspunkte für den Befall mit Borkenkäfern bilden. Hierdurch können ganze Fichtenbestände vernichtet werden.

Erfahrung aus der Slowakei

Das slowakische Pflanzteam unter dem Vorarbeiter Pawel bepflanze zurzeit die rund zwei Hektar große Windwurffläche, die bereits im Februar dieses Jahres durch einen eingesetzten Harvester geräumt wurde. Rund 800 Festmeter Fichtenholz lagern derzeit noch in Poltern an dem angrenzenden Forstweg. Die eingesetzten Waldarbeiter pflanzen mit einem Hohlspaten rund 4000 Fichten und 1000 Douglasien auf der vom Windwurfholz geräumten Kulturfläche.

Arbeit ist für die Waldarbeiter reichlich vorhanden. Allein im Bereich der Revierförsterei Ulrichstein werden dieses Frühjahr über 30.000 Pflanzen gesetzt. Je nach Standort sind dies neben Fichte und Douglasie auch Erle, Bergahorn, Vogelkirsche und Elsbeere. Zum Schutz der Kulturpflanzen gegen Verbiss-, Schlag- und Fegeschäden, vor allem des Rehwildes, müssen durch die Arbeiter zusätzlich aufwändige Kulturgatter errichtet beziehungsweise Robinienstäbe als Einzelschutz gesteckt werden.

Zukünftige Pflanzaktionen bereits geplant

„Wir haben sehr viel gelernt und werden, sobald die derzeitige Krise überwunden ist, unseren Mitgliedern Termine für unsere zukünftigen Pflanzaktionen mitteilen“, diese Bilanz zogen die beiden Vorstandsmitglieder der „klimafairein Oberhessen“ Mark und Marlen Philippi am Ende des Ortstermins.

Weitere Informationen über den Verein sind unter der Nummer (06400) 9050570 oder der Mailadresse des Vereins erhältlich.

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