Das Medizinische Zentrum Eichhof in Lauterbach steht wirtschaftlich gut da. / Foto: Walter Kreuzer

Krankenhaus geht „rundum neu“ in die Zukunft

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Lauterbach - Während das Klinikum Fulda mit den Krankenhäusern Alsfeld und Bad Hersfeld Fusionsgespräche führt, ist die Aufgabe der Selbstständigkeit beim Medizinischen Zentrum Eichhof in Lauterbach kein Thema.

Der Schlitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) sieht als Vorstandsvorsitzender der „Stiftung Heilanstalt für Kranke in Lauterbach“ sein Haus gut aufgestellt.

„Wir haben bislang positive Ergebnisse und finanzieren unsere Investitionen aus dem Gewinn selbst. Es wird allerdings schwieriger, da die Krankenhäuser chronisch finanziell unterversorgt sind“, erläutert Schäfer die wirtschaftliche Situation des Hauses, das der öffentlich-rechtlichen „Stiftung Heilanstalt für Kranke in Lauterbach“ gehört und dem Diakonischen Werk angeschlossen ist. Es handelt sich um ein Haus der Grund- und Regelversorgung „mittlerer Größenklasse, vergleichbar mit Alsfeld oder dem Fuldaer Herz-Jesu-Krankenhaus mit etwa 240 Betten“. Pro Jahr können mehr als 10.000 Patienten stationär behandelt werden. Schäfer sieht die Politik gefordert: „Viele kommunale Krankenhäuser schreiben tiefrote Zahlen. Man muss über die komplette Finanzierung nachdenken und sparen. Das geht nur über die Personalkosten, die 70 bis 80 Prozent ausmachen. Aber da sind Grenzen gesetzt. Es darf nicht auf dem Rücken von Mitarbeitern und Kranken ausgetragen werden.“

Gibt es dennoch Einsparpotenzial? Man könne darüber nachdenken, „ob die eine oder andere Leistung preiswerter zu gestalten ist“. Als Beispiel nennt er das Austragen des Essens von Hilfskräften statt von examinierten Schwestern. Das werde in vielen privaten Krankenhäusern bereits praktiziert.

Im Vogelsbergkreis wurde immer wieder von der Politik ein Zusammenschluss des Eichhof-Krankenhauses mit dem hochdefizitären Kreiskrankenhaus Alsfeld diskutiert. Die CDU hat erst vor einigen Monaten im Kreistag erneut (erfolglos) Gespräche gefordert. Schäfer, der dem Gremium angehört, ist skeptisch. Im Bereich von Apotheke und Schwesternschule funktioniere die Zusammenarbeit gut. Aber der bestehende Kooperationsvertrag werde „nicht gelebt. Die Synergien großer Einheiten sind irgendwann erschöpft. Mit den ganz großen Playern auf dem Markt können wir uns nicht vergleichen“. / kw

Hintergrund:

Träger des „Medizinischen Zentrums Eichhof“ ist die 1877 gegründete „Stiftung Heilanstalt für Kranke in Lauterbach“, die zunächst ein Krankenhaus in der Lauterbacher Rockelsgasse betrieb. 1929 wurde das Riedeselsche Schloss „Eichhof“ erworben und zum Krankenhaus umgebaut, 1972 folgte die Übernahme der Trägerschaft des „Hospitals Schlitzerland“ in Schlitz mit 62 Betten. Heute können in dem mehrfach erweiterten und modernisierten Krankenhaus mehr als 10 000 Patienten stationär und 32 000 ambulant behandelt werden.

Die Stiftung zählt insgesamt 700 Beschäftigte im Krankenhaus, den Vogelsberger Lebensräumen (zwei Standorte in Lauterbach, einer in Alsfeld), den Pflegeeinrichtungen im ehemaligen Hospital Schlitzerland mit 32 Plätzen sowie der ambulanten Pflege/Diakoniestation für Lauterbach, Schwalmtal, Wartenberg und Schlitz.Dem Stiftungsvorstand gehören derzeit der Schlitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer (CDU) als Vorsitzender sowie Volker Christe und Manfred Dickert als seine Stellvertreter an. / kw

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