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Kraut und Rüben am Schindgraben: Verein sucht Mitstreiter für Bauerngarten-Projekt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Landenhausen - Er soll die Tradition des Gärtnerns lebendig halten, die Biodiversität fördern sowie das Gemeinschaftsgefühl stärken und die Integration von Alteingesessenen und Neubürgern vorantreiben: Der Obst- und Gartenbauverein Landenhausen plant einen Bauerngarten. Gesucht werden Mitstreiter aus der Region.

Von unserem Redaktionsmitglied Norman Zellmer

Noch braucht es etwas Fantasie, sich bunte, üppig bewachsene Beete auf der grün-braunen feuchten Ackerfläche am Nordrand Landenhausens vorzustellen. Doch in ein paar Monaten schon sollen dort rote Möhren und Radieschen, weißer Rettich, grüner Salat und Kräuter sowie gelbe Kartoffeln und Sonnenblumen wachsen, blühen und geerntet werden. „Es kann gesät und gepflanzt werden, was die Leute wünschen“, sagt Heinrich Weiß, stellvertretender Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Landenhausen. Er hat das Projekt initiiert.

Ziel ist ein Bauerngarten

Sein Ziel ist ein Bauerngarten, wie er vor Jahrzehnten das Dorfbild prägte. Weiß kennt einen solchen noch von seiner Großmutter an der Kochmühle in der Mittelstraße, wo er mit vier Generationen unter einem Dach wohnt. „Ich habe noch alles mitgekriegt“, sagt der 60-Jährige, der einen solchen naturnahen Nutzgarten nun wiederbeleben will. Angebaut wurde, was das Jahr über im eigenen Haushalt und der Küche gebraucht wurde – Gemüsesorten, Blumen und Kräuter.

Jeder kann sich einbringen

Das Besondere an dem neuen Garten: Gepflegt werden soll der neue Bauern- und Nutzgarten von Gartenfreunden jeden Alters aus der Gemeinde. Jeder kann sich so einbringen, wie er mag und kann. Geplant sind regelmäßige gemeinsame Arbeitseinsätze vom Bestellen der Beete über Unkrautjäten und Gießen bis hin zum Ernten. „Das Miteinander soll eine große Rolle spielen“, sagt der Landenhausener. Der Garten soll ein Gemeinschaftsgarten werden, der auch Insekten und anderen Tieren Lebensraum bietet – und so die Artenvielfalt stärken kann.

Erweiterung nicht ausgeschlossen

In der ersten Saison soll eine Fläche von 25 Mal 30 Metern bewirtschaftet werden; später ist eine Erweiterung nicht ausgeschlossen, schließlich ist der Weißsche Acker mehr als 200 Meter lang. Bislang ist er an einen Landwirt verpachtet. Damit das Projekt Formen annimmt, sollen in den kommenden Wochen der neue Garten eingezäunt sowie ein kleiner Parkplatz angelegt und ein Weidefass für die Wasserversorgung aufgestellt werden. Ob der Lager- und Garagenraum auf einer benachbarten Streuobstwiese genutzt werden könne, ist noch offen.

Mensch und Natur hätten sich entfernt

Hintergrund des Projekts sind die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte: Inzwischen hätten sich Mensch und Natur entfernt, sagt Weiß. Da für relativ wenig Geld Nahrungsmittel in Supermärkten gekauft werden könne, „geht die Wertschätzung verloren“; zudem das Wissen um Aussaat, Pflege und Ernte. Der Elektrotechniker-Meister will das ändern und die Begeisterung an der Natur und essbarem Grün wiedererwecken.

Mitstreiter können sich melden

Weiß’ Konzept kommt offenbar an: Auf einen ersten Aufruf in der Gemeindezeitung hätten sich bereits fünf Anwohner gemeldet, sagt der Initiator. Neben Menschen, die länger im Ort wohnen, hätten sich auch Zugezogene gemeldet, weswegen das Bauerngarten-Projekt auch zur Integration der Neubürger in die Dorfgemeinschaft und zur Verjüngung des Obst- und Gartenbauvereins beitragen soll. „Ich bin eines der jüngsten Mitglieder“, sagt der Gartenbau-Vize augenzwinkernd. Mitmachen könne man aber auch, ohne gleich Mitglied zu werden. Zudem hat der örtliche Kindergarten sein Interesse bekundet. Weitere Mitstreiter können sich melden.

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