Der Vogelsberg fällt im Demografie-Bericht für Hessen auf.
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Die CDU erleidet im Vogelsbergkreis zwar Verluste, bleibt aber - wie in der Burgenstadt Schlitz - stärkste Kraft. (Symbolfoto)

Neuauflage der Koalition?

Kreistagswahl im Vogelsberg: Trend zeigt Mehrheit für CDU und SPD - Verschiebungen wahrscheinlich

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Die Kreiskoalitionäre von CDU und SPD hätten sich ein besseres Ergebnis erhofft, als es der Trend der Kreistagswahl ausweist. Dennoch: Die Zeichen stehen auf Fortsetzung der Großen Koalition im Vogelsbergkreis. 85.933 Wahlberechtigte waren zur Wahl aufgerufen.

Vogelsbergkreis - Nach der Kommunalwahl in Hessen sind im Vogelsberger Kreistag Verschiebungen wahrscheinlich. Nach einem ungewöhnlichen Wahlkampf im dem Zeichen der Corona-Pandemie werden erste Bilanzen gezogen: „Wir liegen im Trend etwa ein bis zwei Prozentpunkte unter dem Trend der Kreistagswahl von 2016. Das würde im Moment bedeuten, dass wir ein Mandat weniger bekommen als bislang. Mal gucken, wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt“, fasst Dr. Jens Mischak zusammen. Der CDU-Kreisvorsitzende und Vize-Landrat stand als Spitzenkandidat der Union auf dem Stimmzettel – auch weil eine Kreisregierung unter Beteiligung seiner Partei für sein eigenes politisches Schicksal als Wahlbeamter entscheidend ist.

Kreistagswahl im Vogelsberg: Trend zeigt Mehrheit für CDU und SPD mit Verlusten

In dieser Hinsicht kann er aufatmen – sofern sich das Trendergebnis im Wesentlichen bestätigt: „Wir können einigermaßen zufrieden sein. Wir sind mit Abstand wieder stärkste Fraktion geworden.“ Die CDU kam im Wahltrend (Stand Montagmorgen) auf 32,95 Prozent der Stimmen und würde so 20 Sitze im Kreistag erhalten. Schnellmeldungen aus allen 233 Wahlbezirken waren bereits eingegangen. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 56,36 Prozent. Zufrieden zeigt sich der Kreisvorsitzende auch mit dem Abschneiden der Union in Schlitz, welches am Montagmorgen bei 41,81 Prozent lag. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: CDU stärkste Kraft im Kreis - Dreikampf zwischen Grünen, SPD und AfD um Platz zwei)

Betrug der Verlust der CDU gegenüber dem Endergebnis von 2016 am Montagmorgen knapp zwei Prozentpunkte, so musste die SPD satte sieben Prozentpunkte abgeben und kam auf 24,74 Prozent, was einem Anteil von 15 Sitzen im Kreistag versprach. Spitzenkandidat und Kreisvorsitzender Patrick Krug führt dies auch auf die schlechte Lage der Sozialdemokraten im Bund zurück: „Auch bei uns im Vogelsberg können wir uns vom Einfluss der bundespolitischen Stimmungslage nicht völlig befreien. Immerhin liegen wir um die zehn Prozentpunkte über dem Bundestrend.“ (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Hessen: Grüne in Frankfurt, Kassel, Gießen und Darmstadt vorn - Auszählung geht heute weiter)

Auf eine mögliche Fortsetzung der Koalition mit der Union angesprochen, gibt sich Krug zurückhaltend: „Wir warten das Ergebnis ab, dann schauen wir. Unser Ziel ist es, weiter an verantwortlicher Stelle im Kreis mitzuarbeiten.“ Dann hebt er aber doch das hervor, was er auch vor der Wahl gesagt hat: „Die letzten fünf Jahre waren gute Jahre für den Vogelsbergkreis. Wir haben mit der CDU politisch und persönlich gut zusammengearbeitet.“

Kreistagswahl im Vogelsberg: Grüne und AfD konkurrieren um Platz vier

Friedel Kopp, Fraktionschef der Freien Wähler, möchte gerne drittstärkste Kraft hinter CDU und SPD bleiben. Am Montagmorgen sah es danach aus. Die Kleinpartei kam auf 11,45 Prozent. Sieben Sitze wären das an der Zahl. Dabei setzt er auf jene Wähler, die ihre Stimmen durch Kumulieren und/oder Panaschieren auf mehrere Wahlvorschläge verteilt haben.

Ein Kopf an Kopf Rennen um Platz vier lieferten sich am Montag noch die Grünen (10,81 Prozent) und AfD (10,53 Prozent). Mit Blick auf den Trend haben die Grünen einen Stimmengewinn von rund drei Prozent verbucht und erhielten sieben Sitze, die AfD verdoppelte ihr Ergebnis um gut die Hälfte und kam auf sechs Sitze.

Kreistagswahl im Vogelsberg: In diesen Gemeinden haben die Parteien am besten abgeschnitten

Ihr stärkstes Ergebnis fuhr die AfD am Montagmorgen in der Gemeinde Grebenhain mit 16,93 Prozent ein. Die Grünen konnten sich über 15,19 Prozent in der Kreisstadt Lauterbach freuen. In der Gemeinde Lautertal verbuchte die SPD mit 36,05 Prozent ihr bestes Ergebnis, die CDU in Antrifttal mit 51,41 Prozent.

Video: So funktioniert Kommunalpolitik

Die FDP konnte am Montagmorgen ihr Ergebnis gegenüber 2016 leicht verbessern und kam auf 5,33 Prozent der Stimmen: Drei Sitze im Landtag. Das gleiche galt für die Linke, die auf 4,6 Prozent kommt. Nicht im Kreistag vertreten sein wird nach jetzigem Stand die Klimaliste Vogelsberg, die erstmals angetreten ist.

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