Kauppens Ortsvorsteher Achim Krah (von links), Markus Herbert, Vize-Ortsvorsteher von Hauswurz, Bürgermeisterin Maria Schultheis und Gemeindevertretungsvorsitzender Emil Schad. / Foto: Volker Nies

Massiver Protest gegen Windräder

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Freiensteinau/Hauswurz - Im Kohlwald zwischen Weidenau, Reinhards, Hauswurz und Kauppen will die Firma Luftstrom sechs 200 Meter hohe Windräder errichten. Dagegen formiert sich in der Gemeinde Neuhof massiver Widerstand.

"Es wäre eine Schande, wenn diese schöne Landschaft und unsere Heimat zerstört würden – und das im Namen des Umweltschutzes", kritisierte Jörg Burkard, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde und Kreisbeauftragter für Vogelschutz im Kreis Fulda, und bekam dafür lebhaften Beifall der gut 100 Zuhörer im Hauswurzer Bürgerhaus. "Ich ermuntere Sie: Verteidigen Sie Ihre Heimat! Wenn Sie sich einsetzen: Man kann etwas bewegen!", rief er den Zuhörern zu.

Alle Anwesenden vereinte die Angst vor den Plänen der Firma Luftstrom, die im Kohlwald bauen will. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hat das Unternehmen beim für den Vogelsberg zuständigen Regierungspräsidium Gießen einen Genehmigungsantrag gestellt, berichtete Markus Herbert, stellvertretender Ortsvorsteher von Hauswurz.

Die Diskussion um mögliche Windräder in dem Waldgebiet gebe es schon mehrere Jahre, sagte Herbert. Jetzt, mit dem Bauantrag des Investors, werde die Sorge wegen der großen Anlagen konkret. Im zweiten Quartal 2015 sollen die beantragten sechs Anlagen bereits ans Netz gehen, heiße es im Bauantrag von Luftstrom.

"Wir haben im Grundsatz nichts gegen Windkraft. Aber es ist nicht in Ordnung, dass das Genehmigungsverfahren faktisch ohne Öffentlichkeit abläuft. Wir haben erst vor zwei Wochen Kenntnis von dem Bauantrag vom Dezember erhalten. Zudem haben im Drei-Landkreis-Eck Fulda/Vogelsberg/Main-Kinzig die Windräder eine Häufigkeit angenommen, die nicht mehr tolerierbar ist", sagte Herbert.

"Der Bauantrag hat uns sehr überrascht", räumte Neuhofs Bürgermeisterin Maria Schultheis (CDU) ein. Es habe bisher einen Konsens mit der Gemeinde Freiensteinau gegeben, den Kohlwald nicht für Windkraftanlagen zu nutzen. Die Gemeinde Neuhof werde jetzt beim Regierungspräsidium Gießen eine entsprechende Stellungnahme abgeben, aber entscheidend sei die Haltung der Behörde in Gießen.

André Heil, Fraktionsvorsitzender der CDU in Freiensteinau, berichtete, dass die Freiensteinauer Gemeindevertretung 2012 beschlossen habe, den Kohlwald bis auf Weiteres nicht mit Windrädern zu bebauen. Die Firma Luftstrom setze sich darüber hinweg. Aus der Zuhörerschaft hieß es, vier oder fünf der Windräder würden auf Gelände der Gemeinde Freiensteinau gebaut. Deshalb könnten die Windräder nur mit ihrer Billigung gebaut werden. Eine Anfrage dieser Zeitung bei Freiensteinaus Bürgermeister Friedel Kopp (parteilos) blieb am Donnerstag unbeantwortet.

Markus Herbert kündigte an, dass die Ortsbeiräte von Hauswurz und Kauppen Unterschriften gegen das Projekt sammeln wollten.

Das könnte Sie auch interessieren