140 Menschen betroffen: Aus für Seniorenstift Schlitz beschlossen

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Das Seniorenstift Burg Schlitz schließt seine Pforten. Einen genauen Zeitpunkt hat der Stiftungsrat der Stiftung Graf Görtzisches Alten- und Pflegeheim bei seiner Entscheidung noch nicht festgelegt. Betroffen sind 70 Mitarbeiter und fast ebenso viele Bewohner der Einrichtung.

Während in anderen Orten vor kurzem neue Senioreneinrichtungen geschaffen wurden, schlagen die Verantwortlichen in Schlitz den entgegengesetzten Weg ein – nachdem sie erst im Mai die Pläne für ein sieben Millionen Euro teures Neubauprojekt vorgestellt hatten. Nun sei der Stiftungsrat aber „zu der Erkenntnis gelangt, dass der Bau eines neuen Altenpflegeheims in Schlitz für die Stiftung allein wirtschaftlich nicht zu tragen wäre. Dies bedeutet, dass das Altenpflegeheim mittelfristig geschlossen und die Stiftung aufgelöst werden muss", schreibt Angelo Stipinovich, Vorsitzender des Stiftungsrates.

Das Seniorenstift bietet 67 Plätze, von denen 63 belegt sind, in zwei Gebäuden der Hinterburg und in der Schachtenburg. Die Häuser stammen aus dem 16. Jahrhundert und sind sehr verwinkelt. Brandschutzauflagen, aber auch die Versorgung der auf „zwölf Ebenen in drei Häusern verteilten" Bewohner hätten hohe Kosten verursacht. „Dennoch haben wir keine wirtschaftlichen Probleme. Die Einnahmen haben immer die Kosten gedeckt", betont Einrichtungsleiterin Martina Büttner.

Das Neubauprojekt sei unter anderem an der Forderung der Stadt nach einer Bürgschaft für ein von ihr durchzureichendes Darlehen des Landes gescheitert. Laut Stipinovich sei dieses Vorgehen „höchst außergewöhnlich. Die Stiftung ist zwar unabhängig, aber da es eine kirchliche Stiftung ist, steht die katholische Kirche mit schützender Hand dahinter."

Die nun als nicht gegeben angesehene Wirtschaftlichkeit wird damit begründet, dass die Eichhof-Stiftung Lauterbach die Kapazität ihres Seniorenzentrums Schlitzerland demnächst von 31 Plätzen mehr als verdoppeln will. Für 150 Altenheimplätze „gibt es aber in Schlitz keinen Bedarf".

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