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Mit der Milch läuft’s noch: Vogelsberger Landwirte merken wenig von der Krise

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Die Landwirtschaft im Vogelsbergkreis ist von der Corona-Krise weitgehend unberührt. Grund dafür ist vor allem, dass hierzulande die meisten Landwirte Milcherzeuger sind.

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Götte

Auf Jürgen Stullich kann man dieser Tage fast ein bisschen neidisch sein. Für den Schlitzer Ortslandwirt hat sich der Arbeitsalltag praktisch nicht geändert. Seine 100 Milchkühe und 80 Tiere in Nachzucht stellen die selben Ansprüche an ihren Besitzer wie vorher auch, und auch der Absatz funktioniert noch gut.

„Ich kann meine Milch noch gut absetzen“

Stullich beliefert die Hünfelder Molkerei Hochwald mit seinem Produkt. „Ich kann meine Milch noch gut absetzen. Es wäre auch schlimm, wenn das nicht mehr laufen würde.“ Allerdings sei der Milchmarkt „total durcheinander geraten“. Oft seien nicht genügend Container verfügbar, und teilweise werde die Verpackung knapp, die man für den Milchverkauf benötige.

Erschwerend hinzu komme, dass Absatzmärkte im Ausland wie Italien und China weitgehend weggebrochen seien. Nach China werde vor allem Milchpulver exportiert. Aufgefangen werde dies allerdings durch eine erhöhte Inlandsnachfrage. Jedenfalls habe die Molkerei noch nicht signalisiert, dass sie an den Abnahmekonditionen etwas ändern will.

Preisverhandlungen ohne große Veränderungen

Beruhigend könnte für die Landwirte auch sein, dass die Preisverhandlungen für das zweite Quartal ohne große Veränderungen zum vorherigen schon abgeschlossen sind, wie die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Stefanie Becker erläutert.

Dies sei für die hiesige Landwirtschaft gut, da die allermeisten Bauern im Vogelsberg ihr Geld mit Milch verdienten. Für Ackerbau seien die Böden oft nicht geeignet, und Sonderkulturen wie Spargel oder Erdbeeren, die auch auf Erntehelfer aus dem Ausland angewiesen sind, gebe es kaum.

Für Stullich stellt sich auch eher die Frage, dass er das Equipment für seinen Hof bekommt. „Die Zulieferer haben mir empfohlen, beizeiten zu bestellen“, berichtet er. Gerade Silofolien und Dünger sollten zeitig angefordert werden, um bei eventuellen Lieferengpässen nicht in die Röhre sehne zu müssen.

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