Landrat Manfred Görig (Mitte) hatte zu einem Treffen der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen zum Thema gesundheitliche Versorgung eingeladen. / Foto: privat

Neue Konzepte zur gesundheitlichen Versorgung im Vogelsbergkreis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsbergkreis - Welche Aufgaben sollen die Kommunen und der Vogelsbergkreis bei der zukünftigen Gestaltung der gesundheitlichen Versorgung übernehmen? Dies stand im Mittelpunkt einer Bürgermeisterversammlung im Vogelsberg, zu der Landrat Manfred Görig eingeladen hatte.

In einem einführenden Referat stellte Frau Dr. Sigrid Stahl von der Fachstelle „Gesundheitliche Versorgung" zunächst Zahlen aus dem Vogelsbergkreis vor: Demnach verteilen sich aktuell 72 Hausärzte auf 48 Standorte, bis auf Lautertal hat jede Gemeinde eine Hausarztpraxis. Bei einem angenommenen Renteneintritt mit 65 Jahren müssten 2020 schon knapp die Hälfte der Hausarztpraxen wiederbesetzt werden. Ein ähnliches Bild bei den Apotheken: Zurzeit sind es kreisweit 29. Auch dort wären bis zum Jahr 2025 18 Nachfolger nötig. „Individuelle Lösungen bringen uns nicht weiter. Wir werden in Zukunft auf eine weit geringere Anzahl an allgemeinmedizinischen Praxen kommen, das legen die Zahlen und die Vorstellungen der jungen Medizinerinnen nahe", fasste Landrat Manfred Görig zusammen. In einem Fachreferat gab Frau Dr. Antje Erler vom Institut für Allgemeinmedizin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt dann einen Überblick über bundesweite Modelle innovativer Gesundheitsversorgung.

Sie selbst leitet ein Projekt mit dem Namen „InGe – Innovative Gesundheitsmodelle". Dabei geht es darum, deutschlandweit erfolgreiche Modelle, Ansätze und Ideen zur gesundheitlichen Versorgung zu sammeln, ihre Übertragbarkeit auf andere Regionen zu prüfen und Akteure der Gesundheitsversorgung zu beraten. „In den letzten Jahren geht der Trend ganz eindeutig weg von der früher üblichen Einzelpraxis und hin zu größeren Einheiten", hat Dr. Erler bei ihren Untersuchungen festgestellt. „Insbesondere im ländlichen Bereich könnten lokale Gesundheitszentren als Basis für die Umsetzung von Projekten und für die Integration und Kooperation von Gesundheitsnetzen dienen", so Erler. Im Mittelpunkt stünde dabei eine regionale Steuerungsgruppe, deren Aufgabe es ist, aufbauend auf der Analyse der Ausgangslage zentrale Ziele und Handlungsfelder für eine Region zu identifizieren. Als Ergebnis einigten sich die anwesenden Bürgermeister auf ein gemeinsames Vorgehen. Nächste Schritte werden eine im kommenden Frühjahr stattfindende regionale Gesundheitskonferenz sein, die Zusammenführung der bereits existierenden Arbeitskreise sowie die Einrichtung einer regionalen Steuerungsgruppe. Am Ende soll dann ein regionales Konzept zur Sicherung der gesundheitlichen Versorgung vorliegen.

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