Die alte Niddaquelle wird immer noch gerne besucht.
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Die alte Niddaquelle wird immer noch gerne besucht.

Neuer Ursprung

Die Niddaquelle ist gewandert - Austritt nun 40 Meter weiter nördlich

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Eine Quelle ist ein Ort, an dem sich Grundwasser den Weg ins Freie bahnt. Dabei ist das Grundwasser im übertragenden Sinne kreativ und sucht sich den einfachsten Weg. So kommt es, dass auch die Nidda am Hoherodskopf sich einen neuen Ursprung gesucht hat.

Schotten - So jedenfalls erklärt den Vorgang Stefan Zaenker, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes der Höhlen- und Karstforscher. Möglicherweise hätten Verschiebungen im Sediment den Lauf des Wasser behindert. Die Nidda quillt jetzt etwa 40 Meter weiter nördlich aus dem Gestein, und die Quelle ist, wie Zaenker findet, jetzt noch eindrucksvoller als die alte. Um den Wasseraustritt zu schützen, wurde auch er wie sein Vorgänger umzäunt. Eine nette Schutzhütte wie an der ehemaligen Quelle gibt es dort allerdings nicht, was angesichts der räumlichen Nähe auch nicht notwendig werden wird.

Die neue Niddaquelle sprudelt kräftig.

Der Vogelsberg ist eine relativ wasserreiche Gegend. Dazu trägt der relativ hohe Niederschlag bei; so verzeichnet die Wetterstation am Hoherodskopf jährlich doppelt soviel Niederschlag als eine entsprechende Wetterstation in der Wetterau. So staut sich das Wasser unter der Oberfläche, der Grund, warum es zum Beispiel auch in unmittelbarer Nähe der Niddaquelle ein Hochmoor gibt.

Vogelsberger Wasserqualität ist bis ins Rhein-Main-Gebiet bekannt

Die Vogelsberger Wasserqualität ist bis in das Rhein-Main-Gebiet bekannt, wo viel Grundwasser aus dem Mittelgebirge abgezapft wird.

Der Alpenstrudelwurm mag es klar.

Ein Indikator für die Wassergüte ist laut Zaenker zum Beispiel der bis zu 1,8 Zentimeter lange Alpenstrudelwurm. Er ernährt sich hauptsächlich von kleinen Gliedertieren, wie Bachflohkrebsen, die die lichtscheuen Tiere vorwiegend nachts erbeuten. In den Alpen kommt die Art noch freilebend in den Oberläufen der Bäche unter Steinen und zwischen Wasserpflanzen vor. Nördlich der Alpen hat sich die Art überwiegend ins Grundwasser zurückgezogen, bewohnt aber regelmäßig kalte Quellen der Mittelgebirge. Im Flachland wird die Art nur selten gefunden. Als kälteliebende Art bevorzugt der Alpenstrudelwurm zumeist Wassertemperaturen von bis zu 8 Grad. Diese Art ist ein Anzeiger von absolut sauberem Wasser und gilt in Mitteleuropa als Eiszeitrelikt.

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