Diana Rieger (Zweite von links) mit den Teilnehmern ihres Seminars an drei Orgeln. / Foto: Günkel

Organisten-Seminar mit Diana Rieger an drei Orgeln

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsbergkreis - Jede Orgel ist ein Unikat – das gilt auch innerhalb des Schaffens eines einzigen Orgelbauers. Zugleich schreiben Komponisten niemals haarklein die Art der Registrierung vor, so dass Interpreten hier kreative Spielräume haben.

An unterschiedlichen Orgeln können Organisten also zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dieses Phänomen nahm die Nieder-Mooser Dekanatskantorin Diana Rieger mit einer Gruppe ehrenamtlicher Kirchenorganisten unter die Lupe.

An einem Tag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, drei verschiedene Orgeln des Herstellers Förster und Nikolaus kennenzulernen. Das erste Instrument des Seminars war die Orgel in der evangelischen Kirche Wallenrod aus dem Jahr 1908. Sie hat ein Manual und acht Register. Es folgte die Orgel von Heblos, die mit einem Manual und sechs Registern ausgestattet ist.

Sie stammt von 1845 und ist die erste komplett von Förster und Nikolaus gebaute Orgel. Ein Jahr zuvor vollendete die Firma ihren ersten Auftrag in Gettenau, wo sie das Instrument eines anderen Herstellers zu Ende baute.

Nach einer Mittagspause im Maarer "Jägerhof" beschäftigten sich die Organisten noch mit dem Instrument in der direkten Nachbarschaft. Die Orgel von Maar stammt von 1858, sie hat 22 Register und zwei Manuale. Auch Organisten, die mit einem dieser drei Instrumente wöchentlich zu tun haben, nahmen am Seminar teil und schilderten ihre Erfahrungen. In Wallenrod war das Laura Sauer, in Heblos Kurt Eifert.

Alle Teilnehmer konnten die Orgeln spielen und mit Diana Rieger verschiedene Register-Kombinationen durchprobieren. Rieger selbst setzte sich ebenfalls immer wieder an die Tasten und demonstrierte die farblichen Variationsmöglichkeiten, die auch kleine Orgeln mit sich bringen.

Die Kantorin empfahl, möglichst oft Werke auszuwählen, die wirklich zu einer Orgel passen. Denn gerade kleine Instrumente haben ein kleineres Pedal als größere, weshalb bei vielen Werken in der Bassstimme Verschiebungen um eine Oktave gemacht werden müssen. Es gibt aber auch viele Stücke, bei denen solche Zugeständnisse nicht nötig sind.

Rieger riet in diesem Zusammenhang dazu, keine Berührungsängste gegenüber Popmusik zu haben. Gerade sie bietet viele Stücke, die sich mit verschiedensten Orgeln vertragen.

Dieses Seminar war Teil eines großen Fortbildungsprogrammes, das Diana Rieger für Organisten zusammengestellt hat. Das nächste große Praxis-Seminar ist ein zweitägiges am 18. Oktober und am 2. November in der Quecker Kirche zum Thema "Popularmusik auf der Orgel". Am Abend des zweiten Seminartages können die Teilnehmer ihre erarbeiteten Stücke in einer Orgelvesper präsentieren.

Einige Tage vor dem Drei-Orgel-Seminar hatte Diana Rieger einen Workshop zum Thema "Üben – aber wie?" gehalten. In Vorträgen gibt sie im Laufe des Jahres Einblicke in Technik und Funktionsweise der Orgel. An allen Tagen mit Vorträgen bietet sie zudem im Nieder-Mooser Pfarrhaus Theorie-Unterricht an.

Am 11. Oktober referiert sie dort um 17 Uhr über Leben und Orgelmusik Johann Sebastian Bachs. Ausführliche Informationen gibt es bei Diana Rieger unter der Telefonnummer 06666/212 oder per E-Mail unter dekanatskirchenmusik.vb@gmx.de. Auch Interessierte, die selbst nicht Orgel spielen, können an den Veranstaltungen teilnehmen.

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