Oskar Diegelmann im Oktober 1958 auf Motivsuche. / Foto: privat

Oskar Diegelmann verstarb im Alter von 92 Jahren

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Schlitz - Wie wir erst kürzlich erfahren haben, verstarb Oskar Diegelmann, der Chronist des Nachkriegs - Schlitzerlandes, im Alter von 92 Jahren. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Nähe seiner Tochter bei Hannover.

Oskar Diegelmann, 1922 in Fulda geboren, zog es bereits 1948 nach Schlitz. Der gelernte Drogist fing in einem kleinen Anbau der Drogerie Schmitt (später Mizdalski) in der Brauhausstraße an und baute dort eine Fotoabteilung auf. Seine Ehefrau Christine und er fassten schnell Fuß in Schlitz. “Wir brauchen hier einen Fotografen”, hieß es da von allen Seiten. Vielfach ermuntert und bestärkt wagte Oskar Diegelmann den Schritt in die Selbstständigkeit. So wurde “Foto-Diegelmann” in der Günthergasse schon 1949 zum Begriff und Oskar zum Chronisten des Nachkriegs - Schlitzerlandes. Familienportraits, Passbilder und Ansichtskarten waren das tägliche Brot, aber er war in Schlitz auch der Ansprechpartner für das aufkommende Hobby der Fotografie. Trachten- und Vereinsfeste, Veranstaltungen und der städtebauliche Wandel, alles wurde fotografiert, katalogisiert und archiviert. Dank seiner Bilder können wir uns zurück erinnern, sehen einen offenen Sengelbach durch die Stadt fließen, die kleinen Einzelhandelsgeschäfte in der Brauhausstraße und an der Ringmauer und können erkennen, was sich in den letzten 50 Jahren im Stadtbild verändert hat. Oskar Diegelmann war aber nicht nur ein leidenschaftlicher Fotograf, er war genauso im Schlitzer Vereinsleben aktiv. Ob im VHC oder im Deutschen Roten Kreuz, er engagierte sich. Oskar Diegelmann war Gründungsmitglied des Automobilclubs Schlitz, arbeitete im Vorstand mit und wurde später Ehrenmitglied. 1985 übergab er sein Geschäft an Thomas Landgraf, um gemeinsam mit seiner Ehefrau noch einige Jahre den Ruhestand zu genießen. / ete

Das könnte Sie auch interessieren