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Pfordter See: Keine Bedenken gegen Baden, aber Verbesserungsbedarf

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Die Wasserqualität des Pfordter Sees beschäftigt Schlitz. Nun hat die Bunte Liste eine Anfrage für die Stadtverordnetenversammlung zum Thema vorbereitet.

Vor einigen Wochen berichteten wir, aber auch überregionale Medien, dass der Pfordter See die zweitschlechteste Qualität aller Badegewässer in Hessen habe. Das führte natürlich zu Diskussionen, zumal die benachbarten zum Baden freigegebenen Gewässer deutlich besser beurteilt wurden. Alle drei Badegewässer rund um Schlitz (Nieder-Mooser See, Guckaisee, Seepark Kirchheim) können nicht nur mit guter Qualität punkten sondern erhalten sogar die Höchstwertung nach der EU-Badegewässerrichtlinie: drei Sterne für ausgezeichnete Qualität gegenüber nur einem Stern für ausreichende Qualität für den Pfordter See.

Anfrage der Bunten Liste

Das hat die Bunte Liste Schlitzerland veranlasst, eine umfangreiche Anfrage zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zu stellen:

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Kein Grund vom Baden abzuraten

Die öffentlich verfügbaren Messwerte über die Keimbelastung des Pfordter Sees machen zunächst einmal deutlich, dass es aus hygienischer Sicht keine Bedenken gegen das Baden dort gibt. Für die Klassifizierung eines Badegewässers auf der Grundlage einer EU-weit geltenden Vorgabe werden die Messwerte der vergangenen 4 Jahre (aktuell: 2010-2013) herangezogen. Die Bewertung „ausreichende Badegewässerqualität“ sagt aus, dass hier gelegentlich erhöhte Keimzahlen aufgetreten sind, die auf vorübergehende Fäkaleinträge hinweisen, ohne jedoch im Einzelfall bedenkliche Ausmaße anzunehmen. „Gute“ Badegewässer, ein Prädikat, das der Pfordter See noch vor zwei Jahren erhielt, haben dagegen dauerhaft frei zu sein von der Verunreinigung mit Fäkalkeimen. Die Ursache der Verunreinigungen?

In den erwähnten Presseverlautbarungen wurden zwei mögliche Ursachen der fäkalen Verunreinigungen diskutiert. Exkremente von Wasservögeln und die Bewirtschaftung der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Was ist zu tun?

Der Pfordter See hat auf jeden Fall das Potential für eine ausgezeichnete Badegewässerqualität. Könnte man für die Qualifizierung nur die Jahre 2008-2010 sowie 2013 heranziehen, wäre das Prädikat „ausgezeichnet“ gesichert. Leider gehen in die Bewertung des nächsten Jahres noch die teilweise erhöhten Keimzahlen von 2011 und 2012 ein, in die des übernächsten Jahres noch die von 2012. Im Interesse einer danach möglichen Spitzenbewertung des Pfordter Sees, wie sie die benachbarten Badegewässer seit Jahren erhalten, sollten umgehend Maßnahmen ergriffen werden, um zukünftig erhöhte Keimbelastungen im Pfordter See zu vermeiden. / SB

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