Das dritte „church clipping“ in Queck. / Foto: Sylvia Döring

Mit „Polonaise“ um die Kirche: 40. Gemeindefest beginnt mit beeindruckendem Familiengottesdienst

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Queck - Mit einem beeindruckenden Familiengottesdienst, in dessen Zentrum ein Spiel der Kindergottesdienstkinder den Gottesdienstbesuchern die Augen öffnete, begann vor Kurzem das 40. Kindergottesdienst- und Gemeindefest in der Pfarrei Queck.

Zum 40. Mal hatten die Kirchengemeinden der Pfarrei Queck zum Kindergottesdienst- und Gemeindefest in die Quecker Kirche und in den Pfarrgarten eingeladen. Am späten Sonntagvormittag stellten Kirchenvorstandsmitglieder, Konfirmanden und andere freiwillige Helfer im Pfarrgarten Tische und Bänke für etwa 300 Besucher auf.

Schon seit Jahren wird mit dem Aufbau bis zum Sonntagvormittag gewartet, um wegen des Wetters bis zuletzt auf Nummer sicher gehen zu können. Bei Regen würde als Alternative zum Gartenfest das Fest in der Kulturscheune gefeiert werden. Aber zum 40. Gemeindefest spielte das Wetter hervorragend mit. Es war nicht zu heiß und es regnete nicht.

„Seht die Lilien auf dem Feld, sie sorgen sich nicht!“

Um 13 Uhr begann das Fest mit einem Familiengottesdienst in der Quecker Kirche. Der Kirchenchor Ober-Wegfurth beteiligte sich seiner Tradition folgend an der musikalischen Ausgestaltung des Gottesdienstes. Im Zentrum aber stand ein Spiel, das die Kindergottesdienstkinder an den drei vergangenen Sonntagen eingeübt hatten.

Im Matthäusevangelium 6,25 und26 wird berichtet, dass Jesus lehrt: „Sorget euch nicht! Seht die Lilien auf dem Felde. Sie säen nicht, sie ernten nicht und Gott erhält sie doch!“ Diesen Satz setzten die Kinder als Spiel um. Vor dem Altar versammelten sich Kindergottesdienstkinder, die als Blumen geschmückt waren. Die Sonne kam hervor und die Blumen wuchsen auf. Sie wiegten sich im Wind und freuten sich.

Dann kamen nacheinander von Kindern dargestellt ein Hase, ein Igel und die Vögel. Sie forderten die Blumen auf: „Ihr müsst Nüsse sammeln. Ihr müsst ein Nest bauen. Ihr müsst für euren Winterspeck sorgen!“ Aber die Blumen hörten und sorgten sich nicht, sondern wiegten ihre Blüten im leichten Wind unter dem herrlichen Sonnenschein.

22 Kinder aus Novy Dwor tragen Lied vor

Mit diesem Spiel wollten die Kinder den Gottesdienstbesuchern die Augen öffnen, so Pfarrer Bouvain in Anschluss an das Spiel. Wir sorgen uns um unser Leben. Und das ist notwendig. Jeder lebt davon, dass Menschen da sind, die sich um uns sorgen. Aber die Sorge darf nicht überhandnehmen, die Tage verdunkeln und uns gefangen nehmen. Jesus lehrt uns auf die Blumen zu schauen und uns vertrauensvoll in Gottes Hände zu geben.

Im Gottesdienst begrüßte die Gemeinde 22 Kinder und ihre Lehrer aus Novy Dwor in Weißrussland. Auf Einladung der Tschernobyl-Initiative sind die Kinder für drei Wochen eingeladen. Sie stellten sich mit einem Lied der Gemeinde vor und die Übersetzerin Irina Krischakow sprach Begrüßungs- und Dankesworte.

Dann wurde die Gottesdienstgemeinde aufgefordert zum dritten Mal zum „church clipping“ die Kirche zu verlassen. Das „church clipping“ ist ein alter englischer Brauch. Clipping kommt von dem anglo-sächsischen Wort „clyppan“, was so viel bedeutet wie umarmen, einhaken, in die Arme nehmen. Bereits 2011 und 2013 war dieser Brauch aus Anregung von Pfarrer Bouvain in Queck adaptiert worden.

Dreimal unter Glockengeläut um die Kirche

In einem großen Kreis stellten sich die Gottesdienstbesucher um die Kirche herum auf, reichten sich die Hände und zogen dann dreimal unter Glockengeläut um die Kirche. So sollte der Kirche gezeigt werden, dass die Gemeinde sie liebhat.

An den Gottesdienst schloss sich dann nahtlos das Gemeindefest im Pfarrgarten an. Alle Chöre der Pfarrei trugen mit ihren musikalischen Beiträgen zum Gelingen des Festes bei. Es sangen: Kirchenchor Ober-Wegfurth, Männergesangverein Queck, Gemischter Chor Sandlofs, ChoRimOhr Rimbach und der Singkreis Queck. Letzterer hatte sich Verstärkung geholt und sang mit sieben jungen Quecker Mädchen und Gitarre „Ich wollte nie erwachsen sein“. Auch die weißrussischen Kinder beteiligten sich und sangen ein Volkslied aus ihrer Heimat.

Bei Musik vom Posaunenchor, Spielen für die Kinder, Bratwürstchen, Getränken, Kaffee und Kuchen und vielen Gesprächen ging der Nachmittag sehr schnell zu Ende. Da sich viele Freiwillige am Abbau beteiligten, konnten alle um 18 Uhr zum Fußballspiel Deutschland gegen Slowakei wieder zuhause sein. / pb

Das könnte Sie auch interessieren